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IRAN: Riesenaufgabe für Tüftlerin

Mit Farsaneh Scharafbafi wurde erstmals eine Frau an die Spitze der grössten iranischen Airline berufen. Sie muss die uralte Flotte nun radikal verjüngen.
Die erste Chefin von Iran Air: Farsaneh Scharafbafi. (Bild: Iran Air)

Die erste Chefin von Iran Air: Farsaneh Scharafbafi. (Bild: Iran Air)

Hassan Rohani macht Ernst. Er werde dafür sorgen, hatte der im Mai wiedergewählte iranische Präsident versprochen, dass sich mehr Frauen in Führungspositionen bewähren können. Eine der ersten ist Farsaneh Sharafbafi. Die promovierte Ingenieurin der Luftfahrttechnik wurde Anfang Monat zur Chefin von Iran Air ernannt. Unter der Führung der 44-Jährigen soll die staatliche iranische Fluggesellschaft «restrukturiert und wettbewerbsfähig» gemacht werden. Scharafbafi weiss, dass sie «vor einer Herkulesaufgabe» steht. «Bis zum letzten Jahr», erzählt sie, «haben wir hier noch Jumbojets aus der Schah-Zeit (vor 1979) im Linienverkehr eingesetzt.»

Mehr als die Hälfte der 266 iranischen Verkehrsflugzeuge wurden inzwischen ausgemustert. Signifikant gesenkt werden konnte das mit 22 Jahren extrem hohe Durchschnittsalter der Flotte aber nicht. Das brauche «viel Zeit», weiss die energische Topmanagerin, die ihre Dissertation über Ermüdungsbrüche bei Flugzeugteilen geschrieben hat. «Das Anschauungsmaterial war ja reichlich vorhanden», erzählte Scharafbafi in einem Interview mit dem Teheraner Wochenmagazin «Zan-e Rooz» (Die Frau von heute). «Getüftelt» hatte die als «Energiebündel» beschriebene Tochter eines iranischen Physikprofessors schon als kleines Kind. Mit zehn Jahren habe sie den Staubsauger repariert. Ihre Familie gab ihr den Spitznamen «die Ingenieurin», der ihr auch als Studentin der Luftfahrttechnik an der renommierten Teheraner Sharif University of Technologie erhalten blieb.

Die neue Chefin der Iran Air war damals 22 Jahre alt und die erste iranische Frau gewesen, die zum Studium der Luftfahrttechnik zugelassen wurde. Durch ein Patent zur Fahrwerksdämpfung wurde die staatliche Fluggesellschaft auf die hochbegabte Studentin aufmerksam. Die Doktorandin wurde engagiert und schon bald in den ausschliesslich von Männern dominierten Vorstand der Airline berufen.

«Viele Tabus» habe sie während ihrer Karriere schon «brechen können», berichtet die Ehefrau und Mutter stolz.«Grosse Akzeptanz» erfahre sie auch als Dozentin an der Teheran Amir Kabir University of Technology und der Shahid Sattari University of Aeronautical Engineering. Viel Zeit für Vorlesungen dürfte Scharafbafi allerdings bald nicht mehr haben. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern, die über Jahrzehnte mit Sanktionen zu kämpfen hatten, kann sie bald brandneue Flugzeuge in ihre Flotte eingliedern. 118 Airbusse und 80 Boeing-Maschinen wurden nach der Beilegung des Streits um das iranische Atomprogramm fix bestellt. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird es sein, die bürokratischen und politischen Hürden bis zur Auslieferung überwinden zu helfen.

Michael Wrase, Limassol

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