IT: Datensicherheit: Ausländer setzen auf Schweizer Bunker

Daten auf fremden Rechnern lagern? Das machen immer mehr Firmen und Privatpersonen. Einen Vorteil geniessen dabei Schweizer Anbieter.

Dominik Buholzer
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Datentransfer und Speicherung erfordern ausgeklügelte Technik: Das Interesse an Datenspeicherungen fern des eigenen PC's oder Laptops steigt. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

Datentransfer und Speicherung erfordern ausgeklügelte Technik: Das Interesse an Datenspeicherungen fern des eigenen PC's oder Laptops steigt. (Symbolbild) (Bild: Keystone)

«Reisesicherheit dank Online-Safe im Gepäck»: Für Datencenter ist die Ferienzeit eine gute Gelegenheit, sich in Erinnerung zu rufen. Die Zürcher Firma DSwiss bietet mit Secure Safe ein Online-Schliessfach an, in das Ferienreisende alle wichtigen Dokumente und Passwörter digital ablegen und vor Fremdzugriffen schützen können. Die Daten werden dabei ausschliesslich auf Rechnern in der Schweiz gelagert, unter anderem in einem ehemaligen Armeebunker im Kanton Uri.

Swisscom bietet mit Docsafe seit wenigen Wochen einen gleichen Service an – ebenfalls auf Schweizer Servern.

Über eine halbe Million Kunden

Der Markt für solche Cloud-Lösungen ist zwar noch klein. Doch lässt er sich im internationalen Vergleich sehen. Laut einer von Microsoft in Auftrag gegebenen Studie nutzen bereits drei von fünf Unternehmen solche Cloud-Lösungen; das ist deutlich mehr als in Deutschland (45 Prozent) oder Österreich (39 Prozent). Und der Markt wächst rasant. Die Beratungsfirma Experton Group pro­gnostiziert der Schweiz in einer aktuellen Studie in diesem Bereich in den nächsten vier Jahren ein durchschnittliches Wachstum von 33 Prozent. Der restliche IT-Markt in der Schweiz dürfte dagegen gerade einmal um 4 Prozent pro Jahr wachsen.

Secure Safe zählt heute bereits über 500 000 Kunden. Täglich kommen laut Firmenangaben 1000 neue dazu. Auch bei der Swisscom zeigt man sich zufrieden. «Das Interesse steigt laufend», sagt Mediensprecher Carsten Roetz, konkrete Zahlen will er aber nicht nennen. Bei Green.ch, einem weiteren Schweizer Datencenter, tönt es gleich: «Die Tendenz ist klar steigend», so Firmensprecherin Cornelia Lehne.

Swissness zieht

Eine ganz entscheidende Rolle spielt, dass die Server vollständig in der Schweiz stehen. «Der Schweiz-Faktor zieht ganz besonders. Wir bekommen deshalb auch Anfragen aus dem Ausland», sagt Cornelia Lehne von Green.ch, konkrete Zahlen will auch sie nicht nennen. Dafür Tobias Christen, CEO von Secure Safe. «Mehr als zwei Drittel unserer Kunden stammen aus dem Ausland», sagt er. «Wir merken, dass das Thema Privatsphäre besonders im europäischen Raum Anklang findet.»

Wird Secure Safe deshalb vermehrt im Ausland aktiv? Tobias Christen winkt ab. «Die Schweiz ist unser Heimmarkt. Wir suchen immer erst die Resonanz und die Benutzerstimmen in der Schweiz, bevor wir mit neuen Funktionen ins Ausland gehen», betont er.

Hinweis

securesafe.ch ; docsafe.ch; green.ch