Steuerstreit
Italienische Steuerfahnder jagen Steuersünder im Engadin

Vermögende italienische Touristen im Engadin sind verunsichert, weil italienische Steuerfahnder sie offenbar auch in der Schweiz beobachten. Einheimische wollen Mitarbeiter der Guardia di Finanzia auch in St. Moritz gesehen haben.

Drucken
Teilen
Blick auf St. Moritz (Archiv)

Blick auf St. Moritz (Archiv)

Keystone

Der St. Moritzer Gemeindepräsident Sigi Asprion bestätigt gegenüber SonntagsBlick: «Wir lassen jetzt juristisch abklären, ob das überhaupt zulässig ist. Wir wollen wissen, was wir unternehmen können, wenn italienische Steuerfahnder im Engadin in flagranti ertappt würden.» «Treue Stammgäste schildern uns, sie müssten wegen ihrer Steuerbehörden vorsichtig sein und daher weniger Geld ausgeben», sagt Asprion weiter.

Am Zollübergang am Malojapass, bei Castasegna, sind Kameras installiert, die Italiener in teuren Autos aufnehmen. Fahnder sollen deren Fahrer sogar auf Schweizer Boden verfolgen. Einheimische, die Autos der Guardia di Finanza in St. Moritz beobachtet hatten, beschwerten sich beim Gemeindepräsidenten.

Dem Bündner Regierungsrat Hansjörg Trachsel, Leiter des Departements Volkswirtschaft und Soziales, sind die Aktivitäten der Guardia di Finanza ebenfalls zu Ohren gekommen. Er wettert: «Das ist eine ähnliche Provokation, wie sie von Steuerfahndern in Cortina durchgeführt worden ist. Damit haben sie ihren Tourismus geschädigt.»