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Jeder vierte Luzerner ist unzufrieden mit seiner Weiterbildung

Im Jahr 2016 besuchten zwei von drei Luzernern im Alter von 15 bis 75 Jahren eine Weiterbildung. Rund ein Viertel der Umfrage-Teilnehmer gab jedoch an, dass sie sich nicht wie gewünscht aus- oder weiterbilden konnten.
Sandra Peter
Die Luzerner bilden sich gern weiter: 2016 besuchten rund 64 Prozent mindestens eine Weiterbildung. Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone

Die Luzerner bilden sich gern weiter: 2016 besuchten rund 64 Prozent mindestens eine Weiterbildung. Symbolbild: Gaetan Bally/Keystone

Das Bundesamt für Statistik hat im Mikrozensus Aus- und Weiterbildung 2016 erfasst, wie sich die Schweizer Bevölkerung hinsichtlich ihrer Weiterbildung verhält. Lustat Statistik hat die Zahlen für den Kanton Luzern ausgewertet. Die Ergebnisse für Luzern zeigen, dass im Jahr 2016 rund 64 Prozent der Personen im Alter von 15 bis 75 Jahren mindestens einmal an einer Weiterbildung teilgenommen haben. Bei der Stichproben-Befragung gaben dennoch 24 Prozent der Teilnehmer an, dass sie gerne eine Weiterbildung besucht hätten, dies aber nicht oder nicht im gewünschten Umfang tun konnten. Gesamtschweizerisch liegt dieser Wert bei 30 Prozent.

Rund ein Drittel der unzufriedenen Luzerner und Luzernerinnen gab an, dass sie gar keine Weiterbildung besuchen konnten. Zwei Drittel haben zwar an mindestens einer Weiterbildungs­aktivität teilgenommen, hätten aber gerne noch weitere besucht. 37 Prozent der Unzufriedenen gaben an, zu wenig Zeit für eine Weiterbildung zu haben. 17 Prozent sagten, dass sie aufgrund der zu hohen familiären Beanspruchung auf eine Aus- oder Weiterbildung verzichtet hätten. Frauen nannten diesen Grund häufiger als Männer. 14 Prozent gaben an, dass sie wegen der zu hohen ­Kosten auf eine Weiterbildung verzichtet haben, aus gesund­heitlichen Gründen verzichteten 9 Prozent.

Deswegen haben Luzerner und Luzernerinnen auf eine Weiterbildung verzichtet

(Angaben in Prozent)
010203040Zu wenig ZeitZu hohe familiäre BeanspruchungZu hohe KostenGesundheitliche Gründe

Der Grossteil der Luzerner hat aus beruflichen Gründen eine Weiterbildung absolviert. Bei den Männern gaben dies rund 74 Prozent, bei den Frauen rund 47 Prozent an. Grund für die Differenz sei wohl, dass Frauen generell weniger ins Erwerbsleben eingebunden seien als die Männer, so Lustat.

So viele besuchten 2016 in der Schweiz eine berufliche Weiterbildung

(in Prozent der Erwerbstätigen 25-64 Jahre)
020406080LandwirtschaftIndustrie, BaugewerbeHandel, Verkehr, GastgewerbeÖffentliche Verwaltung, Gesundheit, BildungFinanzen, Versicherungen, Informatik

Kaum Weiterbildung für weniger Gebildete

Menschen mit höherem Bildungsabschluss besuchen häufiger eine Weiterbildung als jene Menschen, die über einen einfachen Schulabschluss verfügen. 36 Prozent der befragten Luzerner ohne eine Berufsausbildung oder einen Studienabschluss ­haben eine Weiterbildung besucht. Bei den Befragten mit einem ­Abschluss auf der Tertiärstufe lag der Wert hingegen bei 83 Prozent. Ein ähnliches Bild prä­sentiert sich für die Gesamtschweiz (siehe Grafik).

Beteiligung an beruflichen Weiterbildungsaktivitäten nach Bildungsniveau in der Schweiz

(in Prozent der Wohnbevölkerung 25 - 64 Jahre)
020406080Obligatorsche SchuleSekundarstufe II: BerufsbildungSekundarstufe II: AllgemeinbildungHöhere BerufsbildungHochschule

Gemäss Lustat könnten diese Werte darauf hindeuten, dass bei bereits gut ausgebildeten Menschen die Motivation und Bereitschaft zur Weiterbildung höher ist. Andererseits könne dies aber auch damit zusammen­hängen, dass sich Bildungsabschlüsse immer schneller entwerten würden und Personen mit höheren Abschlüssen von dieser Entwicklung besonders betroffen seien.

«Der Bedarf zur Weiterbildung ist bei Menschen mit tieferer Bildung sicher auch vorhanden», ergänzt die wissenschaft­liche Mitarbeiterin von Lustat, Isabelle Brunner, auf Anfrage hin die Interpretation der Ergebnisse. «Aus bestehenden Studien weiss man, dass der fami­liäre und sozioökonomische Hintergrund die jeweilige Bildungsbeteiligung beeinflusst. Möglicherweise erachten Menschen aus bildungsferneren Bevölkerungsschichten Bildung als weniger wichtig oder ihnen fehlt der Zugang zu den diversen Bildungsmöglichkeiten.»

Teilzeit-Arbeitende geben mehr aus

Im Durchschnitt haben die Luzernerinnen und Luzerner, die sich 2016 weitergebildet haben, rund 1420 Franken selber bezahlt. Die Höhe der Weiterbildungs­auslagen könne je nach Fall aber stark vom Durchschnitt abweichen, erklärt Lustat.

Teilzeitarbeitende haben im Jahr 2016 mehr für die Weiterbildung ausgegeben als Vollzeitbeschäftigte. Die durchschnittlichen Ausgaben der in einem 50- bis 89-Prozent-Pensum Beschäftigten lagen bei 1650 Franken, jene der Vollzeitbeschäftigten bei 940 Franken.

Gemäss der Erhebung haben rund 93 Prozent der Personen, die eine beruflich orientierte Weiterbildung absolviert haben, finanzielle, zeitliche oder eine kombinierte Unterstützung von ihren Arbeitgebern erhalten.

Laufbahnberatung kostet

Der Kanton Luzern bietet neben der Berufsausbildungs- und Studienberatung auch eine sogenannte Laufbahnberatung für bereits Erwerbstätige an. Wer wissen will, wie sein Arbeitsleben zukünftig weitergehen könnte oder welche Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen, kann ein individuelles Beratungsgespräch vereinbaren. Die Kosten dafür belaufen sich zwischen 80 und 120 Franken pro Stunde.

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