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Network 41 ist eine Jobmaschine

Das Familienunternehmen Network 41 baut die Belegschaft dieses Jahr um 80 Jobs auf. Dabei konzentriert sich der Telekom-Dienstleister längst nicht nur auf Kabel und Mobilfunkantennen.
Maurizio Minetti
Pius Krummenacher, Verwaltungsratspräsident von Network 41, am Hauptsitz in Sursee. (Bild: Roger Grütter, 12. Juni 2018)

Pius Krummenacher, Verwaltungsratspräsident von Network 41, am Hauptsitz in Sursee. (Bild: Roger Grütter, 12. Juni 2018)

Die Jobs heissen Spleisstechniker, Mobilfunkmonteur, Telematiker oder Servicetechniker: Rund 30 Stellen hat der Surseer Telekom-Dienstleister Network 41 derzeit ausgeschrieben. Insgesamt will Network 41 die Belegschaft dieses Jahr um 80 Personen aufstocken. «50 Stellen haben wir bereits besetzt», sagt Verwaltungsratspräsident Pius Krummenacher im Gespräch.

Diese Zahlen belegen, dass sich das 1999 gegründete Unternehmen auf Wachstumskurs befindet. Die Gruppe, die auch in Deutschland und Österreich tätig ist, beschäftigt derzeit rund 330 Mitarbeitende, davon 230 am Hauptsitz in Sursee. «In der Regel holen wir junge Fachspezialisten zunächst über Temporärbüros, um sie dann fest anzustellen – dieses Modell funktioniert recht gut», erklärt der Entlebucher. «Wir ziehen die Jungen an: Unser Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren.» Der Umsatz bewegt sich im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Freileitungen im Napfgebiet als Ursprung

Die meisten Mitarbeiter trifft man aber selten im Büro an. «Sie sind in der Regel unterwegs und kümmern sich um Planung, Bau und Wartung der Telekominfrastrukturen grosser Firmen wie Swisscom, Sunrise, Salt oder UPC», sagt Inhaber Krummenacher, der 2013 die CEO-Funktion an Stefan Furch abgegeben hat.

Entstanden ist das Unternehmen aus dem Geschäft von Krummenachers Vater, der eine Baufirma besass. «Als es darum ging, das Geschäft zu übernehmen, musste ich mich entscheiden, ob ich im Hoch- und Tiefbau weitermachen wollte oder in Richtung Telekom gehe», erklärt der 56-Jährige. «Um den Napf herum gab es viele Freileitungen, die wir später zu Bodenleitungen umgebaut haben. Das war der Startschuss zum Telekomgeschäft, das ab den Neunzigerjahren einen Boom erlebt hat.»

Tatsächlich ist der Telekom-Markt in den letzten zwanzig Jahren sehr stark gewachsen. Das hat vor allem mit dem explodierenden Datenverkehr über Mobilfunknetze zu tun. Das mobile Datenvolumen verdoppelt sich von Jahr zu Jahr, und nun steht bereits die nächste Mobilfunkgeneration – 5G – vor der Tür, die noch schnellere Verbindungen ermöglichen soll. Die Mobilfunkanbieter haben entsprechend Investitionsbedarf, und ein grosser Teil der Ausgaben fliesst an Dienstleister wie Network 41.

Der Mobilfunkteil macht heute rund einen Drittel des ­Geschäfts von Network 41 aus. Einen weiteren Drittel machen Festnetzleitungen im Freien aus, die aus Glasfaser, Kupfer oder Koax bestehen. Das Wachstum im Festnetzgeschäft begann vor rund zwölf Jahren, als die Stadt Zürich beschloss, Glasfasern bis in die Haushalte zu ziehen. Swisscom und andere Städte wie Luzern zogen nach. Heute sind die Glasfaserausbauten in den Städten weitgehend abgeschlossen, dafür besteht in ländlichen Gebieten Nachholbedarf. «Auf dem Land wird jetzt investiert. Das wird kostenintensiv, weil pro Haushalt die Kosten höher sind», erklärt Krummenacher.

«Die Nachfolgegeneration ist bereits in den Startlöchern.»

Doch Network 41 hat nicht nur Kabel und Antennen im Visier. «Wir wussten schon bei der Firmengründung, dass die Basis­infrastruktur irgendwann fertig gebaut sein würde, darum haben wir weitere Standbeine aufgebaut», sagt Krummenacher.

Gemeint sind damit Dienstleistungen in Gebäuden, also zum Beispiel die Installation von WLAN-Netzen für Unternehmen. Für die Lifthersteller Schindler und Kone rüstet Network 41 schweizweit Tausende von Liftanlagen von analog auf digital um. Zudem vernetzt Network 41 Sportstadien und baut Anlagen für die SBB als Basis für die Zugfunksteuerung. Seit gut einem Jahr ist Network auch im Bankenumfeld tätig: «Wir installieren und programmieren Bancomaten», erklärt Krummenacher. Eine Expansion ins IT-Geschäft mit Rechenzentren habe man einmal ins Auge gefasst, doch davon habe man schliesslich abgesehen. Ein mittelfristiges Ziel sei es, in Deutschland weiterzuexpandieren. «Deutschland ist mehrere Jahre im Rückstand verglichen mit der Schweiz, dort findet im Glasfaserbereich das grosse Wachstum statt – und wir wollen dabei sein.»

Pius Krummenacher besitzt nach wie vor alle Anteile an Network 41. Ein Verkauf des Familienunternehmens sei kein Thema: «Die Nachfolgegeneration ist bereits in den Startlöchern.»

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