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Der Tourismus ist in der Zentralschweiz ein Jobmotor

Das Bürgenstock-Resort und Andermatt Swiss Alps gehören neu zu den grössten Arbeitgebern in der Zentralschweiz. Dafür fehlt dieses Jahr erstmals ein traditionsreiches Unternehmen auf der Liste der grössten Arbeitgeber.
Maurizio Minetti
Grand Opening des Bürgenstock Hotels & Resort Lake Lucerne am Freitag, 28. September 2018.

Grand Opening des Bürgenstock Hotels & Resort Lake Lucerne am Freitag, 28. September 2018.

An einem Einkaufssamstag im Juli dieses Jahres war Schluss. Sämtliche zu diesem Zeitpunkt noch offenen Schweizer OVS-Läden schlossen für immer. Wenige Wochen davor hatte der Charles-Vögele-Nachfolger OVS alle Arbeitsverträge aufgelöst. Dadurch verloren 1180 Angestellte ihre Stelle – allein am Hauptsitz in Pfäffikon waren es rund 150 Personen. Viele von ihnen waren langjährige Vögele-Mitarbeiterinnen, die das Auf und Ab des Kleiderhändlers in den letzten Jahren hautnah miterlebt hatten.

Dabei hatte der für die Schweiz zuständige italienische OVS-Manager Alessandro Montalbano im Herbst 2017 in unserer Zeitung noch vollmundig erklärt: «Ich bin überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden. Unsere Formel ist stark.» Der Rest ist Geschichte. Falsches Sortiment, falsche Preise, falsche Strategie. Damit war das Ende der ehemaligen Vögele-Läden besiegelt. Noch vor einem Jahr rangierte OVS auf Platz 41 der grössten Zentralschweizer Arbeitgeber. Heute taucht die traditionsreiche Kleiderkette erstmals nicht mehr in der Auflistung auf.

Das Ende von Charles Vögele war die dunkelste Episode in einem Jahr, das ansonsten bislang aber von Hochkonjunktur und einer historisch tiefen Arbeits­losenrate geprägt war. Entsprechend ­blicken viele Zentralschweizer Unternehmen schon jetzt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Auf die Zahl der Stellen hat sich der gute Geschäftsverlauf aber nicht überall ausgewirkt. Vielmehr wird etwa in der Industrie vermehrt in Automation investiert. Neue Jobs entstehen zwar vorwiegend im Ausland, doch es gibt auch alteingesessene Industriefirmen, die in der Zentralschweiz im Jahresvergleich mehr Stellen aufweisen.

Wo Strom ist, wird ausgebildet

An der Spitze der Liste der grössten Zentralschweizer Arbeitgeber ändert sich traditionsgemäss kaum je etwas. Nach wie vor führt das Luzerner Kantonsspital die Liste an, gefolgt von der Migros Luzern. Coop konnte dieses Jahr den dritten Platz erobern und damit die Post verdrängen, die nicht nur im Kern­geschäft Federn gelassen hat, sondern auch bei Postfinance den Gürtel enger schnallen musste: In Kriens gingen wegen Verlagerungen 74 Stellen verloren.

Aufschlussreich ist der Blick auf die Zahl der Lernenden pro Betrieb. Hier zeigt sich, dass die «Stromer» am besten abschneiden. Stellt man die Zahl der Lernenden ins Verhältnis zu den Stellen in der Zentralschweiz, erreicht der Elektroinstallateur Maréchaux mit 164 Lernenden bei 826 Angestellten die höchste «Lehrlingsquote» mit knapp 20 Prozent. Leicht über 19 Prozent liegt die Quote bei Konkurrent Frey + Cie mit 171 Lernenden bei 895 Mitarbeitern in der Zentralschweiz. Im Verhältnis am meisten junge Menschen bildet aber die CKW aus, die mit 310 Lernenden bei 1720 Zentralschweizer Angestellten immer noch auf eine hohe Lehrlingsquote von über 18 Prozent kommt.

Bürgenstock und Andermatt schaffen viele Jobs

In absoluten Zahlen beschäftigt das Luzerner Kantonsspital mit 863 am meisten Lernende, danach folgen die CKW mit 310 und Schindler mit 299. Negativbeispiele in Sachen Berufsbildung sind der Schwyzer Finanzdienstleister LGT und Securitas: Beide Unternehmen bieten zumindest in der Zentralschweiz keine einzige Lehrstelle an.

Tief ist die Lehrlingsquote zurzeit auch auf dem Bürgenstock, doch das dürfte sich nächstes Jahr ändern. Mitte August dieses Jahres haben mehrere Lehrlinge im Betrieb angefangen. Zum Stichtag ­beschäftigten die Bürgenstock-Hotels 2 Lehrlinge und 27 Praktikanten von Hotelfachschulen. Der Bürgenstock gehört zu den prominentesten Neueinträgen in der Liste der grössten Zentralschweizer Arbeitgeber: 678 Personen waren per Stichdatum Ende Juni hoch über dem Vierwaldstättersee beschäftigt, mittlerweile ist die Zahl bereits auf weit über 700 Mitarbeitende angestiegen.

Ebenfalls auf Wachstumskurs befindet sich das Tourimus-Resort von Samih Sawiris in Andermatt. Per Ende Juni waren es knapp 300 Personen. Inklusive Teilzeitangestellten wird das ganze Projekt Andermatt ab der kommenden Wintersaison gegen 900 Personen beschäftigen. In der Nebensaison ist die Anzahl Beschäftigter freilich deutlich kleiner.

Tausende Beschäftigte bei der öffentlichen Hand

Öffentliche Verwaltungen werden für die Liste der grössten Zentralschweizer Arbeitgeber zwar nicht berücksichtigt. An dieser Stelle aber trotzdem einige Eckpunkte: Wenig überraschend beschäftigt der Kanton Luzern am meisten Personen. Berücksichtigt man Verwaltungspersonal und kantonale Lehrpersonen, sind es 5870 Beschäftigte. Danach folgen die Kantonsverwaltungen in Zug (2418) und Schwyz (2003). Die Lehrlingsquoten sind mit 4,6 Prozent in Luzern, 1,7 Prozent in Zug und 2,6 Prozent in Schwyz eher tief. Die Eidgenossenschaft beschäftigt in der ganzen Zentralschweiz 1159 Personen.

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