Kommentar

Jobs bei Swiss Steel in Emmenbrücke in Gefahr: Ein Kompromiss ist nötig

Die Aktionäre Martin Haefner und Viktor Vekselberg streiten sich um die Macht bei der Swiss-Steel-Mutterfirma Schmolz+Bickenbach. Dabei müsste eine gemeinsame Lösung möglich sein.

Maurizio Minetti
Drucken
Teilen
Maurizio Minetti.

Maurizio Minetti.

Das einst unter dem Namen von Moos bekannte Luzerner Stahlwerk hat in seiner fast 180-jährigen Firmengeschichte schon so manche Krisen erlebt. Heute befindet sich die Nachfolgefirma Swiss Steel einmal mehr in existenziellen Nöten: Der Abschwung in der Autoindustrie und der Handelsstreit haben die Mutterfirma des Luzerner Stahlkochers tief ins Minus gedrückt – es droht der Konkurs. Über 700 Arbeitsplätze stehen in Emmenbrücke auf der Kippe. Weltweit sind es 10'000.

Wie ein weisser Ritter präsentiert sich nun der milliardenschwere Amag-Erbe Martin Haefner den Aktionären von Schmolz+Bickenbach. Der Wahlluzerner ist bereit, über 300 Millionen Franken zu investieren, um das Unternehmen zu retten. Doch der Grossaktionär Liwet um den in Zug wohnhaften Oligarchen Viktor Vekselberg und die Übernahmekommission drohen den Plan von Haefner zu durchkreuzen.

Es ist paradox: Da streiten sich zwei der reichsten Einwohner dieses Landes monatelang um die Macht bei einem der letzten Stahlhersteller, statt dass sie gemeinsam eine Lösung erarbeiten. Sollte die Rettung des Unternehmens nicht klappen, wäre das mehr als eine vertane Chance. Es wäre ein Armutszeugnis angesichts der Tatsache, dass mit ein bisschen mehr Kompromissbereitschaft der Turnaround bei Schmolz+Bickenbach problemlos möglich wäre. Geld ist genug vorhanden. Es braucht nur guten Willen.