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Julius Bär überrascht mit interner Wahl

Der 48-jährige Philipp Rickenbacher wird neuer Chef der Zürcher Privatbank.
Daniel Zulauf
Philipp RickenbacherBild: PD

Philipp RickenbacherBild: PD

Der neue Chef von Julius Bär ist auf dem Schweizer Finanzplatz eine weitgehend unbekannte Grösse. Der 48-jährige Philipp Rickenbacher sitzt zwar schon seit drei Jahren in der 13-köpfigen Geschäftsleitung der Zürcher Privatbank. Dennoch hatte ihn zumindest ausserhalb des Unternehmens kaum jemand auf der Rechnung. Das ist verständlich, denn für eine Favoritenrolle sind seine aktuellen Zuständigkeiten zu unbedeutend. Derzeit verantwortet er das Geschäft mit externen Vermögensverwaltern und die Wertschriftenverwahrung. Bessere Chancen hatten Beobachter dem Europa-Chef Yves Robert-Charrue eingeräumt.

Jüngst gab es allerdings auch heftige Spekulationen über eine spektakuläre Besetzung des Chefpostens durch einen Externen. Im Vordergrund stand der Name Iqbal Khan. Der Spitzenmanager war letzte Woche überraschend aus der Credit Suisse ausgeschieden, um eine neue Aufgabe ausserhalb der Bank anzunehmen. Viele Investoren spekulierten, der frühere Chef des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäftes der Grossbank könnte die Leitung von Julius Bär übernehmen. Khan genoss in Investorenkreisen einen guten Ruf, zumal er in seiner Abteilung für gute Zahlen gesorgt hatte.

Entsprechend enttäuscht reagierte gestern die Börse, als die Anleger Khan von ihrer Liste streichen mussten. Die Julius-Bär-Aktien verloren knapp fünf Prozent ihres Wertes.

Die Bank räumt auf und trennt sich von Altlasten

Doch bei Lichte betrachtet, wäre Khan für Julius Bär kaum der richtige Mann gewesen. Seit dem Abgang des früheren Chefs Boris Collardi im Herbst 2017 verfolgt die Bank eine «Fokussierungsstrategie», wie es Analyst Andreas Venditti von der Bank Vontobel ausdrückt. Unter Collardis Nachfolger Bernhard Hodler hat Julius Bär etwa die Aktivitäten in den Niederlanden abgetreten. Dies standen im Zusammenhang mit einer Bestechungsaffäre um den venezolanischen Erdölkonzerns PDVSA.

Wie diese Zeitung letzte Woche berichtete, will Julius Bär künftig keine Neugeschäfte mit Risikokunden aus besonders korruptionsgefährdeten Ländern mehr zulassen. In den ersten vier Monaten des Jahres vermochte die Zürcher Privatbank die eigenen Erwartungen in ein jährliches Neugeldwachstum von vier bis sechs Prozent nicht zu erfüllen.

Bär-Präsident Romeo Lacher spricht in der Medienmitteilung von «säkularen Veränderungen in der Vermögensverwaltungsbranche». Darunter sind die massiv gestiegenen Anforderungen bezüglich der Qualität der Kundschaft wie auch der massive Investitionsbedarf in Datenmanagement, Technologie und Kommunikation zu verstehen.

Der an der ETH Zürich zum Biologen ausgebildete Rickenbacher ist seit 15 Jahren für Julius Bär tätig. Mit seiner Wahl setzte der Verwaltungsrat ein Zeichen, dass er an der bisherigen Fokussierungsstrategie festhalten will. Es ist davon auszugehen, dass Rickenbacher schon bald Projekte enthüllen wird, um die Effizienz der Bank zu erhöhen.

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