Schuldenkrise
Juncker schliesst Schuldenschnitt in Griechenland nicht aus

Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, hält einen Schuldenschnitt Griechenlands für denkbar. Man müsse aber verhindern, dass ein solcher Schritt andere Länder nicht ansteckten, so Juncker.

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Jean-Claude Juncker spricht von Schuldenschnitt

Jean-Claude Juncker spricht von Schuldenschnitt

Keystone

«Ich schliesse einen Schuldenschnitt nicht aus. Aber man sollte nicht denken, dass es einfach reicht, einen brutalen Schuldenschnitt in Griechenland vorzunehmen. Man muss dafür Sorge tragen, dass dies nicht zu Ansteckungsgefahren in der Eurozone führt,» sagte Juncker am Montagabend dem österreichischen Fernsehsender ORF.

Über den Umfang eines Schuldenschnitts wollte der luxemburgische Ministerpräsident nicht spekulieren. Juncker wies darauf hin, dass es für die Bewältigung einer derartigen Krise keine «historische Erfahrung gibt».

Politische Führung «nicht optimal»

Die politische Führung in der Krise sei «nicht optimal» gewesen. «Wir waren nicht schnell genug», sagte er. Die Finanzmärkte könnten rascher reagieren als die Politiker. Der Chef der Euro-Gruppe plädierte für mehr Abstimmung in der Finanz- und Haushaltspolitik.

EZB-Ratsmitglied Marko Kranjec rechnet mit einer Schuldenrestrukturierung Griechenlands, aber nicht mit einer Staatspleite.

«Ich bin mir sicher, dass Griechenland nicht bankrott gehen wird, zumindest nicht in dem Sinne, dass es andere Länder mit in den Abgrund zieht. Eine Umstrukturierung ist jedoch höchstwahrscheinlich und wird bereits diskutiert», sagte Kranjec am Montag in einem Interview im slowenischen Fernsehen. «Der Euro wird überleben», ergänzte Sloweniens Notenbankchef. (sda)