Kahlschlag bei Clariant - «Das ist eine Katastrophe!»

Der angekündigte Jobabbau bei Clariant wirft hohe Wellen. Arbeitnehmerverbände und Gewerkschaften sind sauer. Sie üben harsche Kritik an der Strategie des Chemiekonzerns. Die Unia spricht gar von einer zerstörerischen Taktik.

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Demo vor Clariant.jpg

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Keystone

Adrian Eng

«Das ist eine Katastrophe für die Betroffenen!» meint Dominik Marty von der Gewerkschaft Unia. Man verfolge bei der Clariant seit Jahren denselben Kurs: Kurzfristige Gewinnoptimierung zu Lasten der Angestellten. Die angekündigten Entlassungen seien ein weiterer Schritt der «zerstörerischen Taktik» der Clariant.

Am falschen Ort gespart

Besonders schlimm findet Marty den Abbau in der Forschungsabteilung. Diese existiere mittlerweile praktisch gar nicht mehr. Dabei werde immer deutlicher, dass die ganze Strategie zu nichts führe. Marty fragt sich, wie lange die Leute dies noch mitmachen würden. Auf die Frage, ob die Unia Kampfmassnahmen plane, wollte Marty keine Antwort geben.

Mehr Arbeit auf weniger Köpfen

Nach Meinung von Hansjörg Schmid vom Verband «Angestellte Schweiz» ist der Stellenabbau einschneidend, auch in essentiellen Bereichen der Unternehmung. Darum sei man eher skeptisch, wie Clariant mit weniger Leuten ein besseres Resultat erwirtschaften wolle.

Schmid betont die Wichtigkeit des im Sommer verhandelten Sozialplans, der bis 2012 läuft. Für ihn sollte sich das gute Quartalsergebnis gar in einer Lohnerhöhung niederschlagen. Die sei letztes Jahr nämlich ausgeblieben.