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Kam Ruoff der Entlassung zuvor?

Chefin Susanne Ruoff übernimmt die Verantwortung für die Postauto-Affäre und tritt per sofort ab. Am Montag wird Post-Präsident Urs Schwaller die Ergebnisse der externen Untersuchung präsentieren.
Roman Schenkel
Die abtretende Postchefin Susanne Ruoff. (Bild: Nadja Schärli (14. 11. 2017))

Die abtretende Postchefin Susanne Ruoff. (Bild: Nadja Schärli (14. 11. 2017))

Post-Chefin Susanne Ruoff tritt wegen des Buchungsskandals bei Postauto per sofort ab. Der Rücktritt ist laut Ruoff bereits am Freitag erfolgt, am Sonntagabend gab sie ihren Abgang per Medienmitteilung bekannt. Sie übernehme die Verantwortung für die Umtriebe in dem Unternehmenszweig, teilte sie darin mit.

Sie habe nach Einsicht in die Untersuchungsberichte festgestellt, dass es zwischen 2007 und 2015 Hinweise auf die widerrechtliche Buchungspraxis bei Postauto gegeben habe. Es gebe zwar keine Beweise, dass Ruoff von der Praxis Kenntnis hatte. Ruoff hält «deutlich» fest, dass sie nichts von den fiktiven Buchungen gewusst habe, die auch schon vor ihrer Zeit als Chefin getätigt worden waren. «Wie in jedem Unternehmen habe ich mich als CEO auf die internen und externen Kontrollsysteme verlassen», schreibt Ruoff.

Ruoff übernimmt die Verantwortung

Als Konzernleiterin des drittgrössten Konzerns der Schweiz übernehme sie nach Gesprächen mit dem Verwaltungsrat aber «selbstverständlich die Gesamtverantwortung». «Für die Vorfälle und die Unruhe bei Postauto möchte ich mich persönlich entschuldigen», lässt sich Ruoff ­zitieren. Sie stand seit September 2012 an der Spitze der Schweizerischen Post.

Ruoff überraschte mit ihrer sonntäglichen Medienmitteilung ihren Arbeitgeber. Post-Präsident Urs Schwaller hat für heute Mittag eine Pressekonferenz angesetzt, an der er die Ergebnisse der externen Untersuchung über die Postautoaffäre präsentieren wird. Die Post reagierte gestern Abend mit einem aus drei Sätzen bestehenden Mediencommuniqué auf die Kündigung Ruoffs. Die Untersuchung der Postauto-Affäre sei abgeschlossen, und die Berichte würden heute Montag veröffentlicht. Die Kündigung von Frau Ruoff habe der Verwaltungsrat zur Kenntnis genommen. Gut möglich, dass Ruoff mit ihrem Vorpreschen der eigenen Entlassung zuvorgekommen ist. Wie die NZZ am Samstag berichtete, hat sich letzte Woche auch der Bundesrat mit dem Fall Postauto beschäftigt. Offenbar wird Bundesrätin Doris Leuthard heute Montag in dieser Sache persönlich vor die Medien treten.

Edith Graf-Litscher (SP/TG), die Präsidentin der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, zeigte sich gestern Abend überrascht, vom Rücktritt aus den Medien zu erfahren. «Die Affäre ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen», sagt sie. Massgeblich seien der Bericht der von der Post eingeleiteten Untersuchung und später die Untersuchungsergebnisse des Bundesamts für Polizei. Neben der posteigenen Untersuchung ist ein Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet worden –bis zu einem rechtskräftigen Entscheid dürfte es aber noch Monate bis Jahre dauern.

Im Februar war bekanntgeworden, dass die Postauto AG jahrelang im subventionierten Geschäftsbereich Gewinne erzielt und zu hohe Subventionen von Bund und Kantonen bezogen hatte. Letztere verlangen deshalb 78,3 Millionen Franken zurück.

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