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Kampf ums «Zmorgebrot»

Nach Lindt greift auch Ovomaltine-Hersteller Wander die italienische Kultmarke Nutella mit einem neuen Schoggi-Brotaufstrich an – aber mit einer anderen Strategie.
Benjamin Weinmann
Mehr Wettbewerber buhlen um Kunden im Geschäft mit süssem Brotaufstrich. (Bild: Maike Jessen /Getty (11. Dezember 2009)

Mehr Wettbewerber buhlen um Kunden im Geschäft mit süssem Brotaufstrich. (Bild: Maike Jessen /Getty (11. Dezember 2009)

Der Kampf um den Platz auf der Brotscheibe geht in eine neue Runde. Anfang Juli berichtete die «Schweiz am Wochenende» über Lindts Pläne, mit einer Edel-Schoggicrème Nutella Konkurrenz machen zu wollen. Vor einigen Wochen hat Coop die Lindt-Haselnusscreme in sein Sortiment genommen. Doch Lindt ist nicht der einzige Schweizer Konkurrent für die Piemonter Kultmarke. Seit neustem hat auch Ovomaltine-Hersteller Wander eine Nutella-Alternative im Angebot: die Crème-Chocolat der Hausmarke Caotina, die vor allem für ihre warmen Schoggi-Produkte bekannt ist. Eine Firmensprecherin bestätigt, dass die Gläser à 300 Gramm in der Schweiz in allen Coop-Filialen sowie bei Spar, Volg und anderen Händlern seit diesem Jahr im Verkauf sind. Im Ausland gibt es die Innovation zudem in Deutschland, Süd­korea, Singapur, China und Indonesien.

Auf der firmeneigenen Webseite kostet ein Glas 4.20 Franken. Das ist umgerechnet deutlich günstiger als die Lindt-Luxusvariante (6.95 Franken für 200 Gramm), dafür teurer als das Nutella-Original.

Hilft die Swissness?

Von der starken Konkurrenz auf dem Frühstückstisch hat sich Wander offensichtlich nicht abschrecken lassen. «Uns war bekannt, dass es Konsumenten gibt, die ihr Butterbrot mit Caotina-Pulver bestreuten», sagt die Wander-Sprecherin. Deshalb sei die Idee für einen Brotaufstrich naheliegend gewesen. Mit der Ovomaltine Crunchy-Cream sei man bereits mehr als zehn Jahren erfolgreich. Ausserdem differenziere man sich mit der Schweizer Produktion von der Konkurrenz – ein Seitenhieb an Lindt. Der Schokoladenkonzern bezieht seine golden etikettierte Haselnusscreme von einer Tochtergesellschaft in Italien. Wander, eine Tochtergesellschaft des englischen Nahrungsmittelherstellers Associated British Foods (ABF), produziert seine Crème in Neuenegg BE, wo der Konzern vor zwei Jahren eine neue Anlage für den Brotaufstrich in Betrieb genommen hat. Diese kommt nun auch für Caotina zum Zug.

Allerdings setzt Caotina wie auch Nutella – aber im Gegensatz zu Lindt – auf Palmöl, wie die Sprecherin auf Anfrage bestätigt. Der billige Rohstoff ist in den vergangenen ­Jahren zunehmend in die Kritik geraten – aufgrund von gesundheitlichen Bedenken und weil der steigende Verbrauch auch dazu führt, dass immer mehr Regenwälder für Palmölplantagen gerodet und somit bedrohte Tierarten vom Aussterben bedroht werden.

Konzern aus London

Der grössere Teil des enthaltenen Pflanzenöls stamme bei der ­Caotina-Creme allerdings aus Raps, Palmöl mache weniger als 10 Prozent aus und stamme ausschliesslich aus nachhaltigem Anbau, sagt die Sprecherin. Zudem sei Wander daran, Alternativen für Palmöl zu evaluieren. Seit der Lancierung hat Wander über 100 000 Kilo an Caotina-Crème produziert – das sind über 330000 Gläser.

Der Absatzvolumen im In- und Ausland ist laut Firmenangaben «stark steigend». Die Wander AG gehört seit 2002 zum britischen Konzern ABF, die im vergangenen Jahr rund 17 Milliarden Euro umsetzte. Die Engländer, mit Hauptsitz London, vertreiben unter anderem auch die bekannte Teemarke Twinings, Rajah-Gewürze und Tsingtao-Bier und zählen weltweit über 130000 Mitarbeitende.

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