KANTON ZUG: Firmenschliessung kostet 71 Mitarbeitern die Stelle

Schwindendes Auftragsvolumen und zu hoher Investitionsbedarf: Die Trichema AG in Baar sieht für die Zukunft schwarz. Die Firmenleitung beabsichtigt deshalb, den Betrieb Ende 2015 zu schliessen. Davon sind 71 Mitarbeiter betroffen.

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Der Firmensitz der Trichema AG in Baar. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Der Firmensitz der Trichema AG in Baar. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Die Trichema AG an der Lättichstrasse in Baar ist ein Lohnhersteller- und -abfüller für chemische und pharmazeutische Produkte. Sie produziert somit im Auftrag anderer Unternehmen Kosmetika, nicht sterile Medizinprodukte oder Haushaltschemikalien, ohne nach aussen in Erscheinung zu treten. Die Firma wurde 1956 gegründet und hat ihre Firmengebäude seit 1963 in Baar. Sie befindet sich im Besitz der Hedoga AG, einer international tätigen Industriegruppe mit Sitz in Bühler/AR.

2016 könnte die Trichema AG ihr 60-Jahr-Jubiläum feiern. Doch Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sehen für die Firma keine wirtschaftlichen Perspektiven. Sie beabsichtigen deshalb, die Produktion  phasenweise bis Juni 2015 einzustellen und den Betrieb bis Ende 2015 ordentlich zu schliessen. Von der Schliessung wären 47 Festangestellte und 24 Teilzeitmitarbeitende betroffen.

Produktion nicht mehr kostendeckend

«Obwohl das laufende Geschäftsjahr bisher erfreulich verlief, wird durch den finanziell bedingten Verkauf einer wichtigen Produktelinie im vergangenen Jahr und den Wegfall umfangreicher Kundenaufträge nicht mehr kostendeckend produziert werden können», hält die Unternehmensleitung in einer Medienmitteilung fest. «Neue Aufträge und ein beabsichtigter Verkauf des Unternehmens scheiterten am zu hohen Investitionsbedarf und den ungünstigen Rahmenbedingungen.» So habe sich der Wettbewerb durch Überkapazitäten und Produzenten an Standorten mit günstigeren Produktionsbedingungen enorm verschärft. «Das Auftragsvolumen wird sich deshalb im kommenden Jahr derart stark reduzieren, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr länger aufrechterhalten werden kann.»

Von den 71 Mitarbeitern würden rund 50 die Kündigung per April 2015 erhalten, die übrigen im Laufe des nächsten Jahres. Im Vordergrund eines geplanten Sozialplans stünden Massnahmen zur Vermeidung der Arbeitslosigkeit. Für Mitarbeitende ab 50 beziehungsweise  60 Jahren ist zusätzlich ein freiwilliger Sozialplan mit einer finanziellen Abfederung geplant.

Alternativvorschläge bis 1. Dezember

Die Trichema AG gewährt den Arbeitnehmenden eine Konsultationsfrist bis zum 1. Dezember 2014, um Vorschläge einzureichen, wie der Betrieb aufrecht erhalten und Kündigungen vermieden oder reduziert werden könnten.

bac