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KARTELLSKANDAL: Böser Verdacht gegen deutsche Autoriesen

Die deutsche Autoindustrie soll den Wettbewerb über Jahre hinweg durch gemeinsame Absprachen ausgehebelt haben.
Der Occassionsmarkt leidet unter dem VW-Abgas-Skandal. (Bild: EPA)

Der Occassionsmarkt leidet unter dem VW-Abgas-Skandal. (Bild: EPA)

Daimler, BMW, Audi, Porsche und Volkswagen – diese fünf grossen deutschen Automobilhersteller haben möglicherweise für einen der grössten Kartellskandale der deutschen Industriegeschichte gesorgt. Dies schreibt das Magazin «Der Spiegel» ist seiner neuesten Ausgabe.

Dem Bericht zufolge sollen die fünf Fahrzeughersteller seit den 90er-Jahren in mehr als tausend Treffen mehrere wettbewerbsverzerrende Absprachen getroffen haben. Die Ingenieure und Techniker sollen sich in insgesamt 60 Arbeitsgruppen eng ausgetauscht und die Herstellungen gegenseitig abgestimmt und koordiniert haben. Währenddessen lobten die Autobosse nach aussen hin den angeblich harten Wettbewerb auf dem Industriestandort Deutschland.

Auf kleine Tanks geeinigt

Die Absprachen wurden offenbar nicht zu Gunsten der Kunden getroffen. Denn die mutmasslichen Kartellverstösse, so der «Spiegel» weiter, seien auch Basis für den Skandal rund um manipulierte Dieselmotoren. «Der Dieselskandal wäre ohne Absprachen der deutschen Autohersteller nicht so und vielleicht gar nicht entstanden», schreibt das Magazin. «Er ist nicht das Werk einiger weniger krimineller Manager im Volkswagen-Konzern, sondern letztlich das Ergebnis heimlicher Absprachen der gesamten deutschen Automobilbranche.»

2006 hätten die fünf Fahrzeughersteller eine gemeinsame Arbeitsgruppe auf die Beine gestellt, um über Möglichkeiten zur Herstellung umweltfreundlicher Antriebstechnologien zu sprechen. Laut dem Magazin einigte sich die Branche auf möglichst kleine, kostengünstigere Tanks. Weil dadurch aber die Umweltvorgaben nicht mehr erfüllt werden konnten, begannen die Ingenieure, mit einer verbotenen Software die Ausstosswerte zu manipulieren. Die Manipulationen haben die Autoindustrie bisher Milliarden gekostet.

Die Absprachen zwischen Audi, Porsche, BMW, Volkswagen und Daimler gehen offenbar aus einer Art Selbstanzeige hervor, die der Volkswagen-Konzern laut «Spiegel» bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht hat. Die mutmasslich in den Kartellverstoss involvierten Unternehmen wollten sich gegenüber dem Magazin nicht äussern. (crb)

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