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Kein Hintertürchen für Viktor Vekselberg

Der sanktionierte russische Oligarch stösst mit seinen Schweizer Beteiligungen an die Grenzen seiner Macht. Nun warten seine Geschäftspartner auf das Urteil der US-Sanktionsbehörde.
Daniel Zulauf
Viktor Vekselberg an einem Industrietreffen im Moskau. (Bild: Maxim Shipenkov/EPA, 9. Februar 2018)

Viktor Vekselberg an einem Industrietreffen im Moskau. (Bild: Maxim Shipenkov/EPA, 9. Februar 2018)

Viktor Vekselberg läuft die Zeit davon. Als der Oligarch und seine Renova Group am 6. April von den USA mit scharfen Sanktionen belegt wurden, mussten alle seine Geschäftspartner den Knopf der Stoppuhr drücken. Bis zum 5. Juni müssen geschäftliche Verbindungen aufgelöst und allfällige Pendenzen bereinigt sein.

So verlangt es das Office of Foreign Asset Control (Ofac), das die getroffenen Dispositionen am Ende auch absegnen wird. Was die Beendigung von Vekselbergs Bankbeziehungen in der Schweiz anbelangt, sind die Dinge offenbar schon weit gediehen. Die «Schweiz am Wochenende» berichtete am Samstag unter Verweis auf «gut unterrichtete Kreise», russische Banken stünden bereit, einen 720-Millionen-Franken-Kredit zu übernehmen, den sich der Oligarch im Dezember 2017 von sechs Banken, darunter auch Credit Suisse und UBS, geben liess.

Genau genommen ging der Kredit an die von Vekselberg kontrollierte Firma Liwet Holding, in der dessen Beteiligun­gen an den Industriefirmen Schmolz + Bickenbach und Oerlikon liegen. Es sind die Pfänder für den Kredit. Am Wochenende hat Liwet nun gemeldet, Vekselberg beziehungsweise dessen Renova hätten die Kontrolle an Liwet aufgegeben und hielten nurmehr 44 Prozent der Anteile (Artikel vom 20. Mai). Die Mehrheit soll auf verschiedene Renova-Manager übergegangen sein.

So sinkt zumindest formal die Beteiligung von Vekselberg/Renova an Oerlikon von 43 Prozent auf rund 20 Prozent und der Anteil an Schmolz + Bickenbach beläuft sich nach der notwendig gewordenen Aufkündigung des Aktionärsbindungsvertrages mit der Familie auf knapp 27 Prozent gegenüber rund 42 Prozent davor. Vekselberg hoffe, dass Liwet auf diese Weise die auf einem Sperrkonto liegende Dividende von Oerlikon herauslösen könne, spekulierte die «Sonntagszeitung». Es geht um einen Betrag von immerhin 50 Millionen Franken.

Rätselhafter Einstieg im Jahr 2007

Das letzte Wort dazu wird allerdings die US-Sanktionsbehörde, also das Ofac, sprechen. Dort dürfte man den Russen kaum über das Hintertürchen abschleichen lassen. In der Schweiz machte Vekselberg diesbezüglich bessere Erfahrungen. Als ihm 2007 mit Hilfe der beiden österreichischen Investoren Ronny Pecik und Georg Stumpf beim Sulzer-Konzern der Einstieg gelang, rätselte das ganze Land, wie ihm dies so rasch und unbemerkt gelingen konnte. Der heutige Wirtschaftsminister und damalige Nationalrat Johann Schneider-Ammann paukte erfolgreich eine Art «Lex Vekselberg» durchs Parlament: Fortan sollten die Investoren in Publikumsgesellschaften bereits bei konsolidierten Beteiligungssätzen von 3 Prozent (vorher 5 Prozent, nicht konsolidiert) Meldung erstatten müssen.

Lange Zeit unerkannt blieb Vekselberg dank seinen österreichischen Partnern auch als starker Aktionär bei Oerlikon. Das Finanzministerium erkannte einen klaren Missbrauch der Meldevorschriften und verlangte am Bundesstrafgericht eine Busse von 40 Millionen Franken. Doch Vekselberg gewann den Prozess, und ein Jahr später liess man ihn im ähnlich gelagerten Fall Sulzer mit einem Freispruch und einer «freiwilligen» Zahlung von 10 Millionen Franken laufen. Jetzt aber scheint Vekselberg an die Grenzen seiner Macht zu stossen.

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