Grenchen
Kein Klagen wegen Sommerflaute

Wirtschaftskrise und Sommerflaute: Das Gewerbe in Grenchen hat sich darauf eingestellt, dass derzeit in der Stadt wenig läuft. Gejammert wird nicht.

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Grenchen Geschaft

Grenchen Geschaft

Solothurner Zeitung

Hans Peter Schläfli

Betriebsferien hier, Betriebsferien da. «Genau davon profitieren wir ein bisschen, sagt Kirstin Schluep, Mitgeschäftsführerin des Coiffure Création Marc. «Es kam in den letzten Tagen viel neue Kundschaft zu uns.» Der Oktober bringe viel die schlimmere Flaute als der Sommer. In ihrem Coiffeursalon scheint die Wirtschaftskrise sogar schon überwunden zu sein: «Unsere Qualitätsprodukte ziehen in letzter Zeit wieder deutlich an», hat Schluep bemerkt, «die Leute haben wohl ein billiges Produkt ausprobiert und waren nicht zufrieden.»

Jammern bringt nichts

Auch bei Radio TV Roth erlebt Geschäftsinhaberin Lustenberger eine ruhige Zeit. «Unser Geschäft läuft in der kalten Jahreszeit natürlich besser, wenn sich die Leute auf ihr Zuhause konzentrieren.» Dann führt sie per Telefon einen Kunden durch die Neuprogrammierung eines digitalen Empfängers. «Wir machen keine Betriebsferien, weil wir unserer Kundschaft jederzeit den vollen Service garantieren wollen», erklärt sie. «Ja, auch die Wirtschaftskrise bekommen wir alle ein wenig zu spüren. Aber ich mag es gar nicht, wenn immer gejammert wird. Man muss sich nur von Anfang an darauf einstellen, dass nicht immer Hochkonjunktur sein kann.»

«Im Sommer ist weniger los als sonst», weiss Hannelore Wienser von der Boutique La Rose, «aber es läuft gar nicht so schlecht.» Sie ist erst gerade an die belebtere Bettlachstrasse umgezogen und freut sich, dass jetzt mehr Laufkundschaft in ihren Laden kommt. «Wir machen Ausverkauf, und bei der Hitze verkaufen sich die Sommerkleider gut.»

Das Wetter macht mehr aus

Im Intersport spürt Geschäftsinhaber Wirth weniger die Sommerferien als das wechselhafte Wetter. «Leute hat es schon in der Stadt, aber der schlechte Sommer animiert nicht zum Sport. Ganz im Gegensatz zum Winter, da war es lange kalt und hatte viel Schnee. Entsprechend gut lief das Geschäft mit den Wintersportartikeln», erklärt Wirth. Die Finanzkrise sei zu spüren, «die holt uns alle ein», meint er. «Aber ein Laden, der seit 30 Jahren funktioniert, der übersteht auch einmal eine Wirtschaftskrise.»

Haare waschen und Zähne putzen, das muss man auch in der Krise. Dies bestätigt in der Dropa Drogerie Geschäftsinhaber Markus Arnold. Aber ihm fehlt dieses Jahr das richtige Sommergefühl. «Wir verkaufen weniger Sonnencreme, und die Leute haben auch nicht so Lust auf ein neues Parfum.» Bei den Luxusartikeln spüre er die Wirtschaftskrise, aber dramatisch sei der Rückgang nicht. Dafür stellt er einen Boom bei den kleinen Freuden des Alltags fest. «Die Leute wollen sich in Sachen Gesundheit und der Schönheit etwas gönnen.»