Klassische Versandhändler praktisch ausgestorben

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Schliessung Es gibt heute praktisch keine klassischen Versandhändler mehr. Jene, die den Sprung ins Internet nicht geschafft haben, mussten in den letzten Jahren schliessen. «Die Unterscheidung zwischen Online- und Kataloghändler ist nicht mehr wirklich angebracht», sagt auch Patrick Kessler, der den Verband des Schweizerischen Versandhandels führt. Der Verband vereint über 200 Online-Versandhändler, welche rund 25 Prozent des Paketvolumens der Schweizer Post generieren. Im Bereich Textilien und Accessoires gebe es mit Angela Bruderer aus Winterthur oder Vedia aus Genf nur zwei Unternehmen, die wie Lehner ebenfalls erst kürzlich in ihre Standorte in der Schweiz investiert hätten, sagt Kessler.

Diese Unternehmen hätten auch eine ansehnliche Grösse erreichen können, obwohl sie mit vielen Schweizer «Nachteilen» wie Kosten, Grösse des Marktes und Mehrsprachigkeit gegenüber ausländischen Riesen kämpfen.

Von ausländischen Firmen gekauft

Auf der anderen Seite sind in den letzten Jahren auch einige Namen verschwunden. Das prominenteste Beispiel dafür ist Spengler. Ausserdem sind viele Versandhändler in ausländische Hände übergegangen. Die deutsche Otto-Gruppe kaufte beispielsweise den Jelmoli-Versand sowie den früher im Entlebuch stationierten Händler Ackermann. Veillon wurde hingegen von der süddeutschen Klingel-Gruppe übernommen.

Ein anderer grösserer Schweizer Versandhändler, der gerade in Schwierigkeiten steckt, ist die Firma VAC. Im Sommer musste der Versandhändler aus La-Chaux-de-Fonds rund die Hälfte der Mitarbeiter entlassen. (mim)