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Kleine Länder holen bei Kryptofinanzierungen auf

Eine Studie zeigt, dass die Schweiz weiterhin zu den führenden Ländern für Initial Coin Offerings zählt. Andere Länder gewinnen aber an Terrain.
Maurizio Minetti

Mit einem sogenannten ICO können Jungunternehmen heutzu­tage relativ schnell zu viel Geld kommen. ICO steht für Initial Coin Offering. Dabei sammeln Firmen Kapital in Form von etablierten Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether bei Anlegern ein und geben im Gegenzug sogenannte Tokens aus. Diese werden dann als neue Kryptowährung an speziellen Börsen gehandelt. Einen Teil der Einnahmen können Start-ups in herkömmliches Geld wechseln, mit dem sie zum Beispiel Löhne zahlen können.

ICOs sind umstritten, weil es in der Vergangenheit auch schon vorgekommen ist, dass Betrüger dieses Finanzierungsmodell missbraucht haben.

Nun zeigt der neuste ICO Report des Beratungsunternehmens PwC Strategy& und der Schweizerischen Crypto Valley Association (CVA), dass der ICO-Boom, der erst letztes Jahr begonnen hat, 2018 weiterhin anhält. Nach einem leichten Rückgang zu Beginn des Jahres haben in den ersten Monaten weltweit insgesamt 537 ICOs über 13,7 Milliarden US-Dollar an Kapital generiert. Das ist mehr als in sämtlichen Jahren davor zusammengerechnet. Zum Vergleich: 2017 gab es insgesamt 552 ICOs mit einem Volumen von etwas mehr als 7 Milliarden US-Dollar. Seit dem ersten Report von PwC Strategy& und der CVA im Dezember 2017 sind zehn neue Projekte in die Top 15 eingestiegen. Davon sind gleich sechs in der Schweiz angesiedelt. Kryptofinanzierungen etablierten sich damit zunehmend als alternative Finanzierungsmethode, schreiben die Studienautoren.

500 bis 700 Arbeitsplätze im Raum Zug/Zürich

Mit dem «Crypto Valley» in Zug spielt die Schweiz neben den USA und Singapur weiterhin ganz vorne mit. Allerdings hat nun aber laut der Studie vor allem Grossbritannien an Terrain gewonnen. Kleinere Länder und Stadtstaaten wie Hongkong, Gibraltar, Malta oder Liechtenstein legen ebenfalls zu und «kopieren die kryptofreundlichen Modelle Singapurs sowie der Schweiz», heisst es in der Studie.

«Der Wettbewerbsdruck zwischen den Ländern ist gross», sagt Daniel Diemers von PwC Strategy&. Die Start-ups seien im Vergleich zu traditionellen Unternehmen sehr mobil. Biete ein Standort keine idealen Rahmenbedingungen mehr, könne er mit relativ geringem Aufwand gewechselt werden.

«Eine entscheidende Rolle werden diesbezüglich verstärkt auch die Banken spielen, wenn es darum geht, diesen Start-ups anhand von Firmenkonten Zugang zum normalen Zahlungsverkehr zu ermöglichen. In der Schweiz gibt es aktuell erst sehr wenige Finanzinstitutionen, die sich gegenüber Kryptowährungen und Blockchain-Start-ups öffnen», so Diemers.

Kryptofirmen sind mittlerweile zu einem wichtigen Faktor für den Standort Zug geworden. Das Crypto Valley Directory zeigt, dass es in der Schweiz 433 Firmen in diesem Sektor gibt – die meisten von ihnen sind in Zug angesiedelt. Das Fachmagazin «Netz­woche» schrieb vor kurzem, dass in Zug ungefähr 200 Kryptofirmen angesiedelt sind. Die Blockchain habe damit im Raum Zug/Zürich zirka 500 bis 700 Arbeitsplätze geschaffen.

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