Bahn
Kleinliche SBB ziehen Mitarbeitern 5 Rappen vom Lohn ab

Buchhaltungsposse um Rundungsfehler bei Gehältern: Weil die SBB ihren Mitarbeitern mehrere Monate lang 5 Rappen zu viel Lohn ausbezahlt hatte, fordert sie von diesen nun 45 Rappen zurück. Die Angestellten schütteln den Kopf.

Alan Cassidy
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Die SBB machen auf Rappenspalter.

Die SBB machen auf Rappenspalter.

Keystone

Wenn es um die Löhne des Personals geht, nehmen es die Buchhalter der SBB genau. Mitarbeiter der Infrastruktur-Abteilung erhielten diesen Frühling eine Lohnabrechnung, in der ihnen 45 Rappen vom Gehalt abgezogen wurden.

Damit holen sich die SBB 5 Rappen zurück, die sie ihren Angestellten während neun Monaten zu viel ausbezahlt hatten.

Mancher Angestellte schüttelte über den nachträglichen Abzug den Kopf –- zumal die SBB den Lohnabrechnungen für jeden Monat ein separates Blatt beigelegt hatten, in dem die «Aufrollungsdifferenz» von 5 Rappen aufgeführt war.

Auch die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) kritisiert die «bürokratische Posse»: «Aufwand und Ertrag dieser Aktion stehen in keinem Verhältnis», sagt Präsident Giorgio Tuti.

Neues Lohnsystem

Grund für den Abzug ist die Umstellung auf ein neues Lohnsystem im Juli 2011.

Mit den Sozialpartnern wurde damals vereinbart, dass jeder Angestellte nach der Umstellung den gleichen Lohn erhalte wie bisher, sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig. Der im Juli 2011 erstmals im neuen System ausbezahlte Lohn sei deshalb «mit helvetischer Präzision» gerundet worden.

Bei den meisten Mitarbeitern sei es bei einer einmaligen Rundung geblieben. Bei anderen habe das Abtragen der Rundungsdifferenzen aber etwas länger gedauert, weil diese gegen die neue Lohnstruktur eine Verfügung eingereicht hatten.

Ginsig sagt: «Die Abzüge erfolgten automatisch durch das Buchhaltungssystem, um den Aufwand möglichst gering zu halten.»