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Klimaverträglichkeit: Nationalbank baut Problem-Engagements nicht ab

Die Schweizerische Nationalbank macht keine Kehrtwende bei der Klimaverträglichkeit ihrer Aktienanlagen. Veränderungen gab es im letzten Quartal 2018 hingegen bei zwei grossen US-Rüstungskonzernen.
Balz Bruppacher
Die Schweiz hat sich mit dem Beitritt zum Pariser Klimaabkommen dazu verpflichtet, die Klimaverträglichkeit der Finanzströme zu fördern. (Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Schweiz hat sich mit dem Beitritt zum Pariser Klimaabkommen dazu verpflichtet, die Klimaverträglichkeit der Finanzströme zu fördern. (Bild: KEYSTONE/Gaetan Bally)

Als weltweit siebentgrösster ­öffentlicher Investor steht die Schweizerische Nationalbank (SNB) unter scharfer Beobachtung hinsichtlich der Berücksichtigung von ethischen Kriterien bei ihrer Anlagepolitik. Neben der Beteiligung an Waffenproduzenten – sie sind bereits im Visier einer Volksinitiative – stossen die Investitionen in fossile Energieträger zunehmend auf Kritik. Zumal sich die Schweiz mit dem Beitritt zum Pariser Klimaabkommen verpflichtet hat, die Klimaverträglichkeit der Finanzströme zu fördern. Im vergangenen Dezember hatte sich die Nationalbank öffentlich gegen den Eindruck gewehrt; Andréa Maechler, für die Anlagepolitik zuständiges Mitglied des dreiköpfigen SNB-Direktoriums, widersprach damals dem Eindruck vehement, die Nationalbank lasse die Klimafragen ausser Acht.

Ist bei der Notenbank hinsichtlich «Green Finance» ein Umdenken im Gang? Die jüngsten Daten zum US-Aktienportfolio der SNB, die von der US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht wurden, deuten nicht darauf hin. Hatte die SNB ihre Beteiligungen an Konzernen wie Exxon Mobil oder Chevron per Ende September im Vergleich zum Vorjahr etwas reduziert, kaufte sie im vierten Quartal 2018 wieder Aktien dieser Firmen hinzu. Mit einem Wert von 1,125 Milliarden Dollar war Exxon Mobil Ende 2018 die siebentgrösste Beteiligung der Nationalbank in den USA, hinter den grossen Tech-Konzernen Apple, Microsoft, Amazon, Facebook und Google (Alphabet) sowie dem Pharmakonzern Johnson & Johnson.

Knackpunkt: Streubomben

Die Börsenflaute hinterliess im vierten Quartal 2018 deutliche Spuren im US-Aktienportfolio der SNB. Innerhalb von drei Monaten sank sein Wert um 13 Prozent auf 78 Milliarden Dollar. Auffallend sind zwei Veränderungen im Rüstungssektor. Die Nationalbank stiess die gesamte Beteiligung am Konzern Northrop Grumman ab, die Ende September noch einen Wert von 218 Millionen Dollar hatte. ­Umgekehrt stieg die SNB nach einem Unterbruch von vier Jahren bei General Dynamics wieder ein und kaufte rund 821'000 Aktien, die Ende letzten Jahres 142 Millionen Dollar wert waren.

Die Nationalbank äussert sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Engagements. Gemäss den summarischen Ausschlusskriterien erwirbt sie keine Aktien von Unternehmen, die grundlegende Menschenrechte massiv verletzen, systematisch gravierende Umweltschäden verursachen oder in die Produktion international geächteter Waffen involviert sind. Der Wiedereinstieg bei ­General Dynamics könnte damit zusammenhängen, dass der Rüstungskonzern laut Medienberichten die Produktion von Streubomben eingestellt hat. Der Verkauf der Aktien von Northrop Grumman könnte umgekehrt mit der Übernahme des Unternehmens Orbital ATK zusammenhängen. Dieser Raketenmotorbauer war wegen der Produk­tion von Schlüsselelementen für Streubomben kritisiert worden.

Nach vorübergehendem Ausschluss wieder ins Portfolio aufgenommen hat die Nationalbank im vierten Quartal 2018 den Medien- und Finanzdienstleistungskonzern Thomson Reuters. Der Grund ist eine Umteilung der Firma im Börsenindex MSCI.

Cannabis-Engagement ausgebaut

Ferner fällt auf, dass sich die SNB an einem weiteren Cannabisproduzenten beteiligt hat, und zwar mit knapp 17 Millionen Dollar an der kanadischen Firma Aurora Cannabis. Schon bisher war die SNB mit 19 Millionen Dollar bei Canopy Growth engagiert, einer weiteren kanadischen Firma, die medizinisches Cannabis herstellt.

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