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Klingelnberg ist alles andere als ein Schnäppchen

Der Maschinenbauer Klingelnberg nimmt den Börsengang mit ehrgeizigen Preisvorstellungen in Angriff. Die Gründerfamilie will sich von ihrer Mehrheit trennen.
Daniel Zulauf
Der Klingelnberg-Sitz in Zürich. (Bild: PD)

Der Klingelnberg-Sitz in Zürich. (Bild: PD)

Das Familienunternehmen Klingelnberg hat es eilig mit der Publikumsöffnung. Nur knapp zwei Wochen nach der Vorankündigung des IPO (Initial Public Offering) hat der Maschinenbauer am Montag bereits den Start der Angebotsfrist angekündigt. Bis zum 19. Juni sind die Investoren eingeladen, ihre Zeichnungsofferten für die rund fünf Millionen zum Verkauf stehenden Aktien abzugeben. Die ermittelte Preisspanne erstreckt sich von 45 Franken bis zu 54 Franken pro Titel. Unter dieser Prämisse erreicht der Börsenwert des Unternehmens zwischen 400 Millionen und 480 Millionen Franken. Im Konkurrenzvergleich erscheint das obere Ende der Preisspanne als ziemlich ehrgeizig. Klingelnberg verdiente im vergangenen Jahr 14,2 Millionen Euro oder zum aktuellen Wechselkurs umgerechnet rund 16,5 Millionen Franken.

Klingelnberg-CEO Jan Klingelnberg.

Klingelnberg-CEO Jan Klingelnberg.

Die im Emissionsprospekt gemachten Angaben zur Geschäftsentwicklung im neuen Jahr (das im März 2019 zu Ende geht) lassen einen Gewinn von rund 17 Millionen Euro oder umgerechnet knapp 20 Millionen Franken erwarten. Daraus leitet sich eine Spanne beim erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von mindestens 20-mal bis höchstens 24-mal ab. Der Schweizer Industriesektor wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis bezogen auf die erwarteten Gewinne im laufenden Jahr von 20-mal bewertet. Klingelnberg erhofft sich also im besten Fall eine substanzielle Prämie zum Gesamtmarkt.

Geld für Übernahmen

Klingelnberg verfolgt zwei Ziele mit dem Börsengang. Einerseits will sich die Firma frisches Kapital im Umfang von 23 Millionen bis 28 Millionen Franken beschaffen, um dieses für Übernahmen einsetzen zu können. Anderseits will sich die Familie Klingelnberg, die das Unternehmen bisher vollständig besass, von der Mehrheit ihrer Beteiligung trennen. Geplant ist der Verkauf von 4,1 Millionen Aktien zuzüglich einer Mehrzuteilungsoption von 0,5 Millionen Titeln. Gelingt die Emission im vollen Umfang, sinkt die Beteiligung der Familie Klingelnberg auf rund 48 Prozent. Die Familie will aber nach eigenen Angaben auch langfristig Ankeraktionärin der Firma bleiben. Der 46-jährige Jan Klingelnberg ist als CEO tätig, und dessen Vater Diether bleibt im Verwaltungsrat. Das Präsidium übernimmt indessen Jörg Wolle, der diese Funktion auch beim Logistiker Kühne + Nagel übernommen hat. Der Verwaltungsrat von Klingelnberg wird zudem durch verschiedene weitere Mitglieder ergänzt.

Klingelnberg ist ein Anbieter von Maschinen zur Zahnradherstellung. Im zurückliegenden Jahr belief sich der Umsatz auf 257 Millionen Euro. Für das laufende Jahr rechnet Klingelnberg mit einer Zunahme auf 270 bis 280 Millionen Euro.

Nur fünf Tage nach der vorgesehenen Erstkotierung der Klingelnberg-Titel (20. Juni) soll die Börse weiteren Zuwachs erhalten. Die Luxusgüter-Firma Lalique Group wechselt voraussichtlich am 25. Juni von de Berner Börse an den Hauptmarkt. Auch Lalique plant die Durchführung einer Kapitalerhöhung zum Zweck der Wachstumsfinanzierung. Das in der Herstellung von Parfums, Kosmetika und Kristallwaren tätige Unternehmen hat 2017 mit 600 Mitarbeitern knapp 130 Millionen Euro umgesetzt. Es resultierte ein Gewinn von 6,9 Millionen Euro. Der Streubesitz von Lalique beträgt weniger als 30 Prozent.

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