Kloten ist nicht genug

Die Flughafen Zürich AG will im Ausland kräftig dazuverdienen. Dafür haben die Zürcher in Malaysia eine neue Firma gegründet. Ein konkretes Projekt haben sie bereits im Auge.

Benjamin Weinmann
Drucken
Teilen
Der Flughafen Zürich hegt Expansionspläne. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Der Flughafen Zürich hegt Expansionspläne. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Der Flughafen Zürich will mit Investments in ausländische Flughäfen mehr verdienen. Schon heute sind die Zürcher an sechs Flughäfen in vier lateinamerikanischen Ländern finanziell beteiligt. Und seit Anfang August unterhält die Flughafenbetreiberin ein Büro in Kuala Lumpur, Malaysia, um Ausschau nach potenziellen Projekten in Asien zu halten, wie Finanzchef Lukas Brosi im Gespräch bestätigt.

Man stehe nicht unter Zeitdruck und suche in erster Linie Projekte in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, sagt Brosi. «Nebst einer finanziellen Minderheitsbeteiligung in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe möchten wir vor allem unser Know-how einbringen für den Betrieb oder die kommerzielle Entwicklung der Flughäfen.»

Potenzial besteht auch in Südamerika

Die Abenteuerlust für asiatische Beteiligungen gründet nicht zuletzt auf den guten Erfahrungen in Indien, wo die Zürcher 2008 in den Flughafen Bangalore investierten. Vor kurzem wurden die letzten Anteilscheine verkauft. Am Schluss hat das Engagement rund 100 Millionen Franken in die Kassen gespült.

Für das Büro in Kuala Lumpur wurde eine Tochterfirma namens «Zurich Airport Asia Consultancy» gegründet. Geführt wird sie von Daniel Bircher, der zuvor im Namen der Zürcher am Flughafen Belo Horizonte in Brasilien als Leiter des operativen Geschäfts tätig war. Zwei weitere Angestellte sollen in der malaysischen Hauptstadt noch hinzukommen. Aktuell prüfe man eine Bewerbung in den Philippinen, sagt Brosi. Der Militärflughafen Clark, ausserhalb von Manila, soll privatisiert werden und den Hauptflughafen Manila entlasten. «Zudem stehen weitere Ausschreibungen in asiatischen Ländern an, die wir uns anschauen.» Um welche es sich dabei handelt, verrät Brosi nicht. In Lateinamerika, wo der Zürcher Flughafen nebst Brasilien auch in Chile, Curaçao und Kolumbien präsent ist, sieht der Finanzchef ebenfalls Potenzial. In Brasilien sollte noch dieses Jahr eine vierte Privatisierungsrunde für zahlreiche Flughäfen durchgeführt werden.

Millionenklage in Brasilien

Allerdings haben die Zürcher in Brasilien nicht nur gute Erfahrungen gemacht. In Belo Horizonte, wo der Flughafen seit 2013 investiert ist, ist eine 40-Millionen-Franken-Klage wegen fälliger Zahlungen des Staates hängig. Auch in Venezuela hatte ein Finanzengagement ein Nachspiel, nachdem der Flughafen Zürich von der Regierung des inzwischen verstorbenen Hugo Chávez enteignet wurde. Zwar steht den Zürchern eine Entschädigung von 20 Millionen Franken in Aussicht. Doch bis das Urteil des Schiedsgerichts in Washington D.C., wo der Fall seit 2010 hängig ist, rechtskräftig ist, könnte es noch Monate dauern.

Swissport steigert Betriebsgewinn im Halbjahr deutlich

Swissport hat im Halbjahr den Umsatz gesteigert. Überproportional dazu stieg der Betriebsgewinn der zur chinesischen HNA-Gruppe gehörenden, ehemaligen Swissair-Tochter an. Dieser verbesserte sich auf Stufe (EBITDA) um 35,5 Prozent auf 116 Millionen Euro.