Klybeckquartier
Klybeckquartier erhält seinen Freiraum

Stiftung Habitat übernimmt die Aktienmühle vorerst als Mieterin und will aus ihr einen Begegnungsort schaffen.

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Stiftung Habitat

Stiftung Habitat

bz Basellandschaftliche Zeitung

Yen Duong

Lange war es still um die im Jahr 2003 geschlossene Aktienmühle in Kleinhüningen - zuletzt, genau vor einem Jahr, geriet sie wegen der Besetzung von Aktivisten in die Schlagzeilen. Gestern gab die gemeinnützige Stiftung Habitat bekannt, dass sie aus der Mühle und deren Umgebung einen Begegnungs-, Freizeit- und Arbeitsort für die Bevölkerung des Klybeckquartiers (7000 Einwohnerinnen und Einwohner) schaffen möchte.

Aus diesem Grund hat die Stiftung Habitat die Aktienmühle auf den heutigen Tag als Mieterin übernommen. Zudem hat sie von der Aktienmühle Basel AG ein dreijähriges Kaufrecht für das über 5300 Quadratmeter grosse Mühleareal erworben.

Mit dem Einkaufszentrum Stücki würde in Basel Nord zwar demnächst ein grosses Projekt vor der Vollendung stehen, allerdings würde dieses das Bedürfnis des industriell geprägten Klybeckquartier nur unwesentlich verbessern, wie Andreas Courvoisier, Leiter Projektentwicklung, vor den Medien sagte. Denn dem dichtbebauten Quartier fehle es an Freiraum, Entfaltungsflächen und Begegnungsorten.

«Der Mangel an Freiraum ist im Klybeckquartier schon seit Jahrzehnten ein Thema», meinte Courvoisier. Auch im Grossen Rat seien deswegen mehrmals Vorstösse lanciert worden. Die Stiftung wolle nun als Mieterin der Aktienmühle dem alten Quartieranliegen zum Durchbruch verhelfen: Demnach will sie zusätzlichen Freiraum zur Verfügung stellen und ein Gesamtensemble schaffen, bestehend aus einer grossen Freifläche zwischen Wiesenplatz, Atelierhaus New Bollag und Aktienmühle sowie aus der Aktienmühle selbst mit Pförtnerhaus und Gartenhof.

Novartis-Parkplätze im Visier

Vorgesehen sind laut Courvoisier Freizeit- und Kleingewerbeangebote, etwa Märkte, Grillabende oder temporäre Gärten. «Langfristige Vermietungen sind nicht geplant. Auch soll hier keine Festhütte entstehen», erklärte er. Bis Mitte 2012 wolle die Stiftung mit einem Betriebsbüro vor Ort Erfahrungen zum Betrieb und zu den Freiraum-Bedürfnissen der Quartierbevölkerung sammeln und anhand dieser dann über eine allfällige definitive Nutzung nach Mitte 2012 bestimmen.

Denn diese definitive Nutzung wird gemäss Courvoisier nur zustande kommen, wenn die Stiftung Habitat auch die umliegenden Parzellen, insbesondere die Parklatz-Parzelle zwischen Mühleplatz und Wiesenplatz der Novartis, erwerben kann. Verhandlungen würden bereits laufen. Laut dem Geschäftsführer Klaus Hubmann ist das Projekt Aktienmühle das erste Projekt der Stiftung ohne Wohnanteil.

Dies, weil sich die Aktienmühle in der Industriezone befinde. Die ersten Veranstaltungen in der Aktienmühle sollen kommenden Winter über die Bühne gehen. Bis dahin gibt es in dem im Jahr 1898 gebauten Gebäude nämlich noch einige Arbeiten zu erledigen. Im Projektteam der Stiftung Habitat wird Dani Jansen sein. Er war bis Ende Juni für das Sudhaus verantwortlich.