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KMU: Fachkräftemangel spitzt sich zu

Schweizer Betriebe sind so optimistisch wie schon lange nicht mehr. Kleine und mittlere Betriebe wollen investieren und neue Mitarbeiter einstellen. Bei Letzterem stellt sich allerdings ein veritabler Notstand ein.
Raphael Bühlmann
Auch der Energiesektor ist vom Fachkräftemangel betroffen. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Auch der Energiesektor ist vom Fachkräftemangel betroffen. (Bild: Christian Beutler/Keystone)

Raphael Bühlmann

Die Bedeutung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kann für die Schweiz kaum hoch genug geschätzt werden. Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) stellen sie rund zwei Drittel aller Arbeitsplätze. Auch in Bezug auf Agilität und Innovationen kommt ihnen eine entscheidende Rolle zu. Im Jahr 2015 wurden laut BFS mehr als 39526 Unternehmen gegründet, die 54623 Arbeitsplätze geschaffen haben. Wie aber steht es um die KMU? Während börsenkotierte Unternehmen fortlaufend analysiert werden, gestaltet sich eine Untersuchung bei KMU aufwendiger.

Jüngst hat das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY) bei 700 von ihnen den Puls genommen. Mehr als die Hälfte davon sind Familienbetriebe mit zwischen 30 und 2000 Mitarbeitern. Das Seco legt als Kriterium für ein KMU einen Betrieb mit weniger als 250 Personen fest.

Jedes zweite Unternehmen erwartet höhere Umsätze

Das Erfreulichste der Studie: Das Geschäftsklima bei den befragten KMU liegt heute deutlich über dem Durchschnittsniveau der letzten zehn Jahre. Mehr als neun von zehn Unternehmen in der Schweiz bewerten ihre aktuelle Geschäftslage positiv, drei von fünf zeigen sich sogar rundum zufrieden. Besonders gut ist die Geschäftslage aktuell im Dienstleistungsbereich und im Bereich Life-Sciences, also in den Branchen Chemie, Biologie, Medizin und Umwelt.

Schwieriger ist die Situation für das Baugewerbe und im Energiebereich. Dennoch erwartet fast jedes zweite Unternehmen für 2018 höhere Umsätze. Entsprechend hoch bleibt die Investitionsbereitschaft. 28 Prozent planen gar, ihre Gesamtinvestitionen in den kommenden sechs Monaten zu erhöhen. Nur 8 Prozent der Unternehmen wollen aktuell die eigenen Investitionen zurückfahren.

Gleichzeitig klagen KMU branchenübergreifend über den stetig wachsenden regulatorischen Aufwand und fordern Steuerentlastungen. «Trotz Zeiten der Automatisierung und ­Digitalisierung dürfte der Bürokratieabbau auch künftig eine der wichtigsten Forderungen von KMU sein», hält Heinrich Christen, Managing-Partner bei EY fest. Erfreulich ist ebenfalls, dass derzeit jedes sechste Unternehmen zusätzliche Mitarbeitende einstellen will – vor einem Jahr lag der Anteil bei nur 10 Prozent.

Doch genau hier orten die Betriebe für die Zukunft die grösste Herausforderung. 62 Prozent berichten von Schwierigkeiten bei der Rekrutierung geeigneter Mitarbeitender, jedem sechsten Betrieb fällt diese nach eigenen ­Angaben sogar «sehr schwer». Damit habe sich die Situation erneut verschärft. «Hoch qualifizierte Mitarbeitende sind in der Schweiz Mangelware, was gerade mittelständischen Unternehmen zu schaffen macht», sagt Christen. Firmen suchten daher im Ausland nach geeigneten Mitarbeitenden, was sich besonders für KMU oft schwieriger als für Grossunternehmen gestalte. Vom Fachkräftemangel besonders betroffen sind Unternehmen im Bau- und Energiesektor. Über alle Branchen gesehen haben gut zwei von fünf Betrieben aufgrund des Fachkräftemangels Vakanzen in der Produktion. «Der Fachkräftemangel spitzt sich nun seit einigen Jahren zu. Softwarespezialisten, welche gleichzeitig technisches Wissen mitbringen, werden künftig besonders gefragt sein», so Christen weiter.

Bild: Grafik: LZ

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