Knall bei den Apothekern: Die Freiburgerin Martine Ruggli setzt sich gegen den amtierenden Präsidenten durch

Die Delegierten des Apothekerverbands Pharmasuisse haben den amtierenden Präsidenten Fabian Vaucher abgewählt. Martine Ruggli ist die erste Frau an der Spitze des Verbands.

Andreas Möckli
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Strahlende Siegerin: Die 55-jährige Martine Ruggli-Ducrot wurde von den Delegierten des Verbands Pharmasuisse zur Präsidentin gewählt.

Strahlende Siegerin: Die 55-jährige Martine Ruggli-Ducrot wurde von den Delegierten des Verbands Pharmasuisse zur Präsidentin gewählt.

HO

Der Coup ist ihr geglückt: Die Freiburgerin Martine Ruggli-Ducrot wird neue Präsidentin des Apothekerverbands Pharmasuisse. Die 55-Jährige ist an der heutigen Delegiertenversammlung im Stadion Wankdorf in Bern gegen den bisherigen Präsidenten Fabian Vaucher angetreten und hat sich durchgesetzt. Ruggli ist damit die erste Frau an der Spitze des Verbands. Vaucher ist seit 2015 Präsident von Pharmasuisse.

Fabian Vaucher ist noch bis Ende Jahr Präsident von Pharmasuisse.

Fabian Vaucher ist noch bis Ende Jahr Präsident von Pharmasuisse.

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Ruggli hat sich mit 44 zu 31 Stimmen der insgesamt 80 Delegierten relativ klar durchgesetzt, wie ein Anwesender dieser Zeitung sagt. Der Umstand, dass sich Ruggli so deutlich und bereits im ersten Wahlgang behauptet habe, sei höchst überraschend. Vaucher habe den Entscheid sehr sportlich genommen und die Versammlung souverän zu Ende geführt. Ruggli wird den Aargauer per Anfang nächsten Jahres ablösen.

Ruggli will den Verband neu ausrichten

Im Vorfeld der Delegiertenversammlung war von einer Kampfwahl oder gar von einem Putschversuch die Rede (CH Media berichtete). Letztlich ist Ruggli mit dem Versprechen angetreten, den Verband neu auszurichten, respektive gewisse von Vaucher angestossene Änderungen wieder rückgängig zu machen. Der Aargauer hat den Verband in seiner Amtszeit umgekrempelt.

Eine im Februar begonnene Reorganisation führte zu neun Kündigungen. Weitere sieben Mitarbeiter gingen freiwillig, weil sie verunsichert oder mit der Neuausrichtung nicht einverstanden waren. Damit wollte Vaucher den Verband auf Kernthemen wie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Apotheker und die Transformation der Branche fokussieren.

Bereits während knapp 20 Jahren für Pharmasuisse tätig

Derweil ist Ruggli davon überzeugt, dass sich Apotheker nicht darauf beschränken dürfen, bloss Medikamente zu verkaufen. Sie müssten zusätzliche Dienstleistungen rund um das Thema Medikation anbieten, sagte sie im Gespräch mit der Redaktion CH Media. Sie meint damit etwa chronisch Kranke, die mehrere Präparate einnehmen. Der Verband unter Vaucher sei nicht mehr innovativ, monierte Ruggli, Schwester von SBB-Chef Vincent Ducrot. So biete Pharmasuisse gewisse Dienstleistungen und Angebote nicht mehr an, wie etwa Ausbildungskurse oder ein Qualitätsmanagementsystem.

Ruggli hat vor ihrer Kündigung im vergangenen Jahr bereits während 19 Jahren für Pharmasuisse gearbeitet. Da sie mit dem Kurs von Vaucher unzufrieden war, kündigte sie.

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