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KÖLN: Merkel fährt Traktor – an der Eröffnung der Videospielmesse

Bundeskanzlerin Angela Merkel war an der Eröffnung der Kölner Videospielmesse Gamescom und hat sogar selbst gespielt – den Schweizer Hit «Landwirtschafts-Simulator».
Federico Gagliano
Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich von Martin Rabl von Giants Software das Videospiel «Landwirtschaftssimulator» auf der Playstation 4 erklären. (Bild: Martin Meissner/Keystone (Köln, 22. August 2017))

Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich von Martin Rabl von Giants Software das Videospiel «Landwirtschaftssimulator» auf der Playstation 4 erklären. (Bild: Martin Meissner/Keystone (Köln, 22. August 2017))

Interview: Federico Gagliano

Anfang dieser Woche hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die europaweit grösste Videospielmesse Gamescom in Köln mit ihrer Anwesenheit beehrt. Nach einer kurzen Ansprache nahm Merkel an einem Rundgang durch die Messehallen teil, bei dem sich verschiedene Entwicklerstudios vorstellen dürften. Nur bei einem Spiel legte sie gleich selbst Hand an: dem «Landwirtschafts-Simulator» der Zürcher Spieleschmiede Giants Software. Martin Rabl, PR- und Marketingverantwortlicher des Studios, durfte Merkel das Spiel gleich selbst zeigen.

Martin Rabl, war der Besuch an Ihrem Stand schon lange geplant oder spontan?

Der Besuch war eher spontan. Frau Merkel sollte eigentlich nur ein paar andere Stände besuchen – dann kam tatsächlich am Morgen die Nachricht rein, dass sie gerne mehr über den Landwirtschafts-Simulator erfahren möchte. Ich wurde gegen 10 Uhr informiert, dass ich um 14 Uhr der Bundeskanzlerin das Spiel vorführen sollte. Danach ging alles ganz schnell. Am Stand waren viele Vorbereitungen wegen der Security nötig.

Wie hat sie sich geschlagen?

Vorsichtig gesagt: Ich glaube nicht, dass sie schon sehr oft einen Controller in der Hand hatte. Aber als ich ihr erst einmal erklärt habe, wie man Gas gibt, ging es recht gut. Für die meisten Leute ist es erst einmal verwirrend, den Beschleunigungsknopf zu halten und dann noch gleichzeitig den Joystick zum Lenken zu verwenden – das war auch bei ihr so. Sie hatte auch nicht die Zeit, es richtig zu lernen. Ich habe aber vollstes Vertrauen, dass sie es mal an einem ruhigen Abend meistern könnte – sofern sie mal einen hat.

Hatte das Giants-Team auch die Gelegenheit, Merkel zu treffen?

Nein, die Security war enorm, aber der Rest unserer Truppe war nur ein paar Meter entfernt. Aufgeregt war trotzdem jeder. Der Auftritt war dann am Abend natürlich das Gesprächsthema Nummer eins.

Hatten Sie Reaktionen auf den Auftritt?

Der Auftritt wurde live übertragen, da ging es bereits los. Zunächst meldeten sich Freunde bei mir. Dann kamen die ersten Berichte in deutschen Medien. Als das Bild dann auch auf der Internetplattform Reddit auftauchte, sprangen auch viele ausländische Medien auf. Gerade die Tatsache, dass sie bei uns Hand anlegte, faszinierte die Leute. Dabei habe ich sie anfangs sogar ein wenig davon abhalten müssen. Uns wurde im Briefing nämlich gesagt, dass wir eigentlich nur ein wenig über das Spiel reden sollten.

Was steht jetzt noch auf der Gamescom für Sie an?

Wir haben an der Messe zwei Gruppen. Für mich und andere stehen noch sehr viele Termine mit Businesspartnern oder Journalisten an, die das Spiel anspielen wollen. Für die andere Hälfte unseres Teams stehen Bühnenshows an. Sie müssen auch die Übersicht auf unserem Stand behalten. Seit der gestrigen Eröffnung herrscht dort ein grosses Gedränge. Das ist Adrenalin pur – nach der Messe ist man zwar oft unglaublich fertig und müde, behält die Woche aber eigentlich immer als ein Highlight des Jahres in Erinnerung.

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