Kommentar
Eine Chance für die Agglomeration

Die Lage auf dem Schweizer Büromarkt droht sich zuzuspitzen. Der rezessionsbedingte Nachfragerückgang birgt Sprengpotenzial.

Gregory Remez
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Gregory Remez.

Gregory Remez.

Bereits im vergangenen Jahr nahm der Anteil leer stehender Büroflächen schweizweit zu. Die Angebotsquote stieg dadurch auf 4,3 Prozent. Zum Vergleich: Die viel diskutierte Leerwohnungsquote in der Schweiz liegt aktuell bei 1,7 Prozent.

Und die Lage dürfte sich in absehbarer Zeit nicht entspannen. In den nächsten Jahren werden in den fünf grössten Büromärkten – Zürich, Genf, Bern, Lausanne und Basel – weitere 820000 Quadratmeter Büroflächen fertiggestellt. Über die Hälfte davon ist noch unvermietet und könnte es auch länger bleiben. Aufgrund des Wirtschaftseinbruchs dürften viele Unternehmen ihre Expansionspläne vorerst zögerlich angehen. Kommt hinzu, dass einige Betriebe aufgrund der Verbreitung von Homeoffice derzeit gar Flächenreduktionen evaluieren.

Damit droht das Gefälle zwischen Zentren und Peripherien weiter zuzunehmen. Denn während die Nachfrage nach Büros an begehrten Zentrumslagen künftig kaum nachlassen wird – in der Stadt Zug wurden 2020 gar höhere Topmieten verlangt –, dürfte der Anteil brachliegender Büroflächen ausserhalb von Städten zunehmen. Gleichzeitig könnte das für die Agglomeration aber auch eine Chance sein. Stadtnahe Gemeinden könnten dank sinkender Büromieten für so manches umzugswillige Unternehmen wieder attraktiv werden – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.