Kommentar
Krankenkassen stehen nun in der Pflicht – nicht nur bei den Prämien

Die Krankenversicherer kommen besser durch die Krise als erwartet. Überschüsse sollten deshalb zwingend auch bei den Versicherten ankommen.

Gregory Remez
Gregory Remez
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Die Erleichterung über die moderate Prämienrunde im letzten Herbst währte nicht lange. Prompt wurden Befürchtungen laut, der Prämienschock könnte 2022 umso schlimmer ausfallen. Die Überlegung war simpel: Die Gesundheitskrise werde die Gesundheitskosten bald explodieren lassen – und damit auch die Prämien, die diese decken müssen. Doch danach sieht es allen Unkenrufen zum Trotz aktuell nicht aus. Die Krankenkassen kommen besser durch die Krise als erwartet. Die CSS etwa, die grösste Grundversicherin des Landes, wies am Mittwoch überaus solide Zahlen aus.

Gerade mit Blick auf Nachbarn wie Deutschland, wo die Kassen reihenweise Defizite einfahren, zeigt sich nun, wie wichtig es war, dass die hiesigen Krankenversicherer gesund in die Pandemie gegangen sind. Über mehr als acht Milliarden Franken an Reserven verfügten die Schweizer Kassen im vergangenen Jahr. Dieses Polster dürfte den Versicherten bei der nächsten Prämienrunde erneut zugutekommen.

Weniger rosig sieht die finanzielle Situation dagegen in Schweizer Spitälern aus. Diese haben wegen der Aussetzung nicht zwingender Eingriffe teilweise massive Verluste erlitten. Bei der Lösung dieses Problems stehen auch die Krankenversicherer in der Pflicht, schliesslich haben diese von den tieferen Leistungskosten profitiert. Ansonsten bleibt die Zeche am Ende wieder beim Steuerzahler hängen. Das würde jede noch so gute Prämienrunde zunichtemachen.