Kommentar
Lohnerhöhungen 2022: Geld ist nicht alles

Höhere Gehälter erfreuen alle Arbeitnehmenden. Um die Belegschaft zu motivieren, braucht es aber mehr.

Maurizio Minetti
Maurizio Minetti
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Überdurchschnittlich. Mit diesem Adjektiv beschreiben auffallend viele grosse Zentralschweizer Arbeitgeber die geplanten Lohnerhöhungen für 2022. Sie begründen die grosszügigeren Gehälter unter anderem mit der Teuerung, welche die Kaufkraft schmälert. Besonders erwähnenswert – und erfreulich – ist, dass der grösste Arbeitgeber der Zentralschweiz, das Luzerner Kantonsspital, für Pflegeberufe eine durchschnittliche Lohnerhöhung um 2,6 Prozent plant.

Die höheren Löhne sind keine Selbstverständlichkeit. Schliesslich trübt die Omikron-Welle die wirtschaftlichen Aussichten, die Lieferketten stocken weiterhin und Rohstoffe sind zum Teil massiv teurer geworden. Die Arbeitgeber wissen aber, dass sie sich keine Nullrunde leisten können, wenn sie attraktiv bleiben wollen. Es ist deshalb keine Überraschung, dass die Löhne vor allem dort steigen, wo Arbeitskräfte stark nachgefragt sind.

In der Hitze der Debatte um höhere Löhne geht jedoch oft vergessen, dass es zahlreiche weitere Faktoren gibt, die heute in der Arbeitswelt entscheidend sind. Ob Vaterschaftsurlaub, Gratisparkplatz, Gewinnbeteiligung, Homeofficeoption oder das Fitnesscenter im Büro: Gerade die Pandemie hat schonungslos offengelegt, welche Unternehmen bereit sind, in ein flexibles und innovatives Arbeitsumfeld zu investieren – und welche nicht. Manchmal macht Geld allein eben nicht glücklich.