Kommentar
Nach dem Geldsegen: Casino-Branche muss die Zocker-Risiken im Auge behalten

Die Online-Spielbanken boomen. Davon profitiert die AHV. Die Branche muss weiterhin darauf achten, dass die Spielsucht bekämpft wird.

Maurizio Minetti
Maurizio Minetti
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Rückblickend ist das Volks-Ja zum Geldspielgesetz im Juni 2018 gerade noch rechtzeitig erfolgt. Die Schweizer Casino-Branche hatte danach einige Monate Zeit, um Online-Angebote zu entwickeln und 2019 zu starten – dann hat die Pandemie Millionen von Menschen gezwungen, zu Hause zu bleiben. Das Grand Casino Luzern gehörte im August 2019 zu den ersten Schweizer Spielbanken mit einem Online-Angebot. In der heimischen Stube haben nun letztes Jahr offenbar viele daran Gefallen gefunden: Die Einnahmen aus dem Luzerner Online-Casino sprudelten und spülten Dutzende Millionen Franken in die Kasse der AHV.

Gewiss: Die Altersvorsorge rettet man mit den Millionen aus dem virtuellen Schweizer Casino-Geschäft nicht. Aber die hiesigen Spielbanken mit Online-Auftritt leisten immerhin einen Beitrag, und vor allem haben sie es dank der Internetplattformen geschafft, das ansonsten katastrophale 2020 ins Positive zu drehen. Die Lockdowns haben die Gäste monatelang von den Tischen ferngehalten; ohne Online-Angebot wären die Einnahmen eingebrochen. Die AHV hätte nichts davon gehabt.

Wichtig bleibt für die Zukunft, dass Spielsucht im Internet genauso bekämpft wird wie an den Tischen. Das neue Gesetz hat den Spielerschutz sogar verbessert. Mit wachsender Verbreitung dürften aber Justierungen an den Kontrollmechanismen nötig sein. Es liegt im Interesse der Branche, dass sie ein wachsames Auge darauf hat.