Kommentar
Oscar J. Schwenk hinterlässt bei Pilatus eine grosse Lücke

«Mister Pilatus» nimmt beim Nidwaldner Flugzeughersteller den Hut. Er hat das Unternehmen nachhaltig transformiert.

Maurizio Minetti
Maurizio Minetti
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Vier Jahrzehnte lang hat er den Stanser Flugzeughersteller Pilatus geprägt wie kein anderer. Nun tritt Oscar J. Schwenk von der grossen Bühne ab. Der hemdsärmelige Patron übergibt im Sommer das Verwaltungsratspräsidium dem ehemaligen Coop- und Swisscom-Präsidenten Hansueli Loosli.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Schwenks Abgang eine grosse Lücke hinterlassen wird. Der 77-jährige Ingenieur hat aus einem kleinen lokalen Flugzeughersteller ein international angesehenes Technologieunternehmen geformt. Als Hersteller von Trainingsflugzeugen für Armeen war Pilatus in den letzten Jahrzehnten aber auch angreifbar, befand sich immer wieder im Zentrum geopolitischer Konflikte. Schwenk war schon vor langer Zeit klar, dass sich Pilatus im zivilen Bereich verstärken musste. Die Entwicklung des Businessjets PC-24 war eine teure Wette, die er gewonnen hat. Die zivile Luftfahrt macht heute bereits mehr als zwei Drittel des Umsatzes von Pilatus aus. Das ist der grosse Verdienst von Schwenk.

Pilatus wird noch lange von Schwenks Strahlkraft zehren. Was andere nun daraus machen, wird sich zeigen. Die Professionalisierung des Verwaltungsrats könnte auf den immer wieder kolportierten Börsengang hindeuten, aber das ist Stand heute pure Spekulation. Ungeachtet dessen bleibt für ein Schweizer Technologieunternehmen wie Pilatus die Innovation die oberste Maxime. Seine Nachfolger wird man daran messen.