KOMMENTAR: Teilzeitarbeit: Frauen sind Männern voraus

Kommentar von Blattmacher Balz Bruder zur Teilzeitarbeit.

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Balz Bruder

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Wie ein Mantra tönt es in unseren Ohren: Teilzeitarbeit, Job-Sharing, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, externe Kinderbetreuung machen das Leben von Frauen und Männern besser, gerechter – und sind darüber hinaus volkswirtschaftlich sinnvoll.

Daran ist nicht zu deuteln – vor allem nicht unter dem Aspekt der Gleichstellung. Doch die Realität ist auch hier nicht schwarz-weiss, sondern voller Zwischentöne. Dass die Frauen die neuen Lebens- und Arbeitsmodelle mehr schätzen als Männer, vermag dabei nicht zu erstaunen. Es waren und sind die Frauen, die mehr darum kämpfen müssen, alles unter einen Hut zu bringen. Leicht nachvollziehbar, dass sie Fortschritte bei diesem Unterfangen glücklicher machen als die Männer.

Umgekehrt bedeutet dies, dass zwar ein steigender Anteil der Männer den Spagat zwischen Erwerbsarbeit und Familie ebenfalls macht. Aber die Herren der Schöpfung werden weniger zufrieden dabei. Schlimm ist das nicht, ausgeblendet werden sollte der Fakt gleichwohl nicht. Gerade im Interesse intakter und funktionierender Familienverhältnisse – Kinder inklusive.

Unternehmen tun deshalb gut daran, Teilzeitarbeit und Job-Sharing – auch in Kaderfunktionen – derart attraktiv zu machen, dass tatsächliche Nachteile und gefühlte Einschränkungen möglichst vermieden werden können. Für beide Geschlechter, wohlverstanden.

Dass das Leben und Arbeiten in postmodernen Zeiten mitunter ein Krampf bleibt, verhindert das nicht. Aber schwerer, als es tatsächlich ist, sollte es auch nicht sein. Gerade in einer Gesellschaft, die sich rühmt, flexibler und mobiler denn je zu sein. Wie es scheint, sind die Frauen den Männern – auch hier – einen Schritt voraus.

Balz Bruder