Kommentar
Wenn Grosskonzerne in die Zentralschweiz ziehen, profitiert auch die Bevölkerung

Adidas, Organon, und jetzt Tupperware: Die erfolgreiche Ansiedlungspolitik hat positive Auswirkungen.

Maurizio Minetti
Maurizio Minetti
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Fast könnte man meinen, der Zentralschweizer Wirtschaftsstandort sei gegen die Coronakrise immun. Allein in Zug haben letztes Jahr ein halbes Dutzend Pharma- und Biotechfirmen ein Europaquartier eröffnet, Schwyz hat einen Software-Milliardenkonzern nach Altendorf geholt und auch Obwalden hat einen nicht namentlich genannten «dicken Fisch» an Land gezogen. Den Luzerner Wirtschaftsfördern gelang nach der Ansiedlung der US-Pharmafirma Organon jetzt auch noch, die bekannte Marke Tupperware ins D4 nach Root zu holen. Dort ist seit kurzem auch Adidas präsent.

Kritiker werden nun monieren, der einfache Bürger habe nichts davon, wenn anonyme Grosskonzerne ins hiesige «Steuerparadies» umsiedeln. Doch gerade das Beispiel Root zeigt, dass das nicht stimmt: Unter anderem dank der Ansiedlung von Adidas und weiterer Firmen will der Gemeinderat die Steuern ab 2022 senken. Auch für die kommenden Jahre ist man in Root zuversichtlich. Denn oft führt die Ansiedlung eines internationalen Unternehmens zu einer Kettenreaktion und es folgen weitere Firmen.

Natürlich bleibt es wichtig, alteingesessene Unternehmen zu pflegen, die KMU-Landschaft angemessen zu berücksichtigen und das Gewerbe nicht vor den Kopf zu stossen. Ein Wirtschaftsstandort, der alleine auf Grosskonzerne setzt, ist dem Untergang geweiht. Ein Wirtschaftsstandort, der Grosskonzerne verschmäht, aber ebenso.