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KONJUNKTUR: Brunetti fürchtet starken Schock

Das Ja zur Einwanderungsinitiative wird die Schweiz gemäss dem Ökonomen Aymo Brunetti schwierige Jahre bescheren. Umso wichtiger sei, dass die Mindestlohninitiative abgelehnt werde.
Balz Bruppacher
«Sowohl Banken wie auch Staaten in der Eurozone können beim Ausbleiben von Reformen zahlungsunfähig werden». Volkswirtschaftsprofessor Aymo Brunetti in den Räumlichkeiten der Universität in Bern. (Bild: Raffael Waldner)

«Sowohl Banken wie auch Staaten in der Eurozone können beim Ausbleiben von Reformen zahlungsunfähig werden». Volkswirtschaftsprofessor Aymo Brunetti in den Räumlichkeiten der Universität in Bern. (Bild: Raffael Waldner)

Für Volkswirtschaftsprofessor Aymo Brunetti von der Uni Bern ist der bilaterale Weg mit der EU nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative fundamental in Frage gestellt. Die Wahl zwischen Personenfreizügigkeit und Kontingentierung sei ein «Entweder-Oder-Entscheid», sagte der frühere Chefökonom des Staatssekretariats für Wirtschaft im Interview der «Zentralschweiz am Sonntag». «Wenn wir hier mit der EU keinen vernünftigen Weg finden, handelt es sich um einen sehr starken Schock», sagte Brunetti.

«Bilateraler Weg in Frage gestellt»

Die Situation sei nur bedingt mit jener nach dem EWR-Nein von 1992 zu vergleichen. Damals sei mit den Verhandlungen über die bilateralen Verträge mit der EU ein Weg gefunden worden, um neue Impulse zu setzen. «Das Ja zur Einwanderungsinitiative stellt nun gerade diesen bilateralen Weg grundsätzlich in Frage und eine Alternative ist nicht zu erkennen», sagte Brunetti. Die wirtschaftliche Ausgangslage sei jetzt zwar besser als damals. Aber, so der Ökonomieprofessor weiter: «Gerade weil wir wirtschaftlich so gut dastehen, ist die Bereitschaft vielleicht nicht sehr gross, der Schweiz entgegenzukommen».

Am Mindestkurs festhalten

Als wichtigste Priorität in der Wirtschaftspolitik bezeichnete Brunetti die kommende Abstimmung über die Mindestlohninitiative der Gewerkschaften. Diese Initiative sei äusserst gefährlich, weil sie eine Abkehr vom Erfolgsmodell des Schweizer Arbeitsmarkts bedeute. „Diese Abstimmung ist mindestens so wichtig wie jene über die Masseneinwanderungsinitiative“, sagte Brunetti.

Der Leiter der bundesrätlichen Expertengruppe über die Weiterentwicklung der Finanzmarkstrategie nahm auch zu Fragen über den Finanzplatz Stellung. Die grösste Herausforderung sei die Sicherung des Zugangs zu den ausländischen Märkten. Und zwar nicht nur in Europa, das zurzeit im Vordergrund stehe. Die Nationalbank ist nach den Worten von Brunetti gut beraten, vorderhand am Euro-Mindestkurs festzuhalten. Den Ausstieg aus dieser Politik könnte er sich am ehestens als gleitenden Übergang in mehreren Schritten zu einem höheren Frankenkurs vorstellen. Auch dies sei aber eine grosse Herausforderung, weil Milliardenverluste auf den Devisen entstehen dürften.

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