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KONJUNKTUR: Wachstumsprognose erneut gesenkt

Die Schweizer Wirtschaft hat in den letzten zwei Quartalen unerwartet zögerlich Fahrt aufgenommen. Die Expertengruppe des Bundes senkt daher ihre Konjunkturprognosen für 2017 von 1,6 auf 1,4 Prozent.
Experten erwarten mehr Exportgeschäfte in der Chemiebranche. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Bubendorf, 22. Januar 2009))

Experten erwarten mehr Exportgeschäfte in der Chemiebranche. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (Bubendorf, 22. Januar 2009))

Von der Konjunkturforschungsstelle KOF befragte Ökonomen halten an ihrer Wachstums-Prognose von 1,5 Prozent für 2017 fest. Skeptischer blicken jedoch die Experten des Bundes auf die Wirtschaftsentwicklung: Das Seco senkt die Prognosen von 1,6 auf 1,4 Prozent. Die Erholung der Wirtschaft verlaufe weniger dynamisch als erwartet, begründete das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) den Entscheid in einer Mitteilung von gestern.

Die Expertengruppe des Bundes zählt damit aktuell zu den pessimistischeren unter den Konjunkturauguren. Ebenfalls ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent im laufenden Jahr prognostizieren die Konjunkturforscher der BAK Basel, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Ökonomen der UBS.

Schweizer Exporte dürften profitieren

Deutlich höher liegen die Prognosen von Economiesuisse (+1,7 Prozent), der Westschweizer Konjunkturforscher der Créa (+1,7 Prozent) und der Zürcher Kantonalbank (+1,6 Prozent). Die 19 Ökonomen, die von der KOF für ihren gestern veröffentlichten Consensus Forecast befragt wurden, haben ihre Vorhersage für das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) bei 1,5 Prozent belassen. Ebenfalls ein Wachstum von 1,5 Prozent erwarten die Ökonomen der Credit Suisse, der OECD und der Schweizerischen Nationalbank. Lichtblicke sehen sowohl die Experten des Bundes als auch die von der KOF befragten Ökonomen bei der Entwicklung der Exporte.

Die Schweizer Exporte dürften von der positiven weltwirtschaftlichen Entwicklung profitieren. Positive Signale orten die Experten dabei in der Chemie- und Pharmabranche, in der MEM-Industrie, aber auch in der Uhrenindustrie. Laut dem KOF Consensus Forecast sieht die Lage besser aus als noch vor drei Monaten. Auch was die Erholung auf dem Arbeitsmarkt angeht, sind sich die Konjunkturexperten einig: Die Arbeitslosenquote dürfte im Jahresdurchschnitt 3,2 Prozent betragen. Was den Bausektor anbelangt, sind die von der KOF befragten Ökonomen skeptisch: Sie haben ihre Wachstumsprognosen für die Bauinvestitionen nach unten korrigiert.

Laut Seco dürften die Bau­investitionen hingegen leicht an Dynamik gewinnen. Dies vor dem Hintergrund der tiefen Zinsen und einer weiter starken Nachfrage nach Immobilien. Gleichzeitig warnen die Forscher auch vor einem «gewissen Risiko» im Immobiliensektor. In Anbetracht der steigenden Leerwohnungsziffern könnte eine stärkere Abschwächung der Baukonjunktur bevorstehen als prognostiziert. Die Konjunktur­auguren des Seco weisen in ihrer Mitteilung ausserdem auf Konjunkturrisiken im Zusammenhang mit der amerikanischen Geld-, Handels- und Fiskalpolitik sowie dem Brexit-Entscheid hin.

Eine zusätzliche Unsicherheit gehe derzeit ausserdem von Italien aus. Im südlichen Nachbarland würden innerhalb des Prognosezeitraums Parlamentswahlen abgehalten und eine politische Instabilität drohe. (sda)

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