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Schrammt die Schweiz an der Rezession vorbei? Das sagen die Konjunkturauguren

Bund und Credit Suisse sind zuversichtlich: Sie sehen im Wirtschaftsbild mehr Licht als Schatten
Daniel Zulauf
Empfängt positive Signale aus der Wirtschaft: Die Credit Suisse in Zürich. (Bild: Keystone)

Empfängt positive Signale aus der Wirtschaft: Die Credit Suisse in Zürich. (Bild: Keystone)

Der Gang der Schweizer Wirtschaft verlangsamt sich stark, aber eine Rezession hat das Land nicht zu befürchten. Das ist die Konklusion der jüngsten Konjunkturprognosen, wie sie der Bund und die Credit Suisse am Dienstag veröffentlicht haben. Die Ökonomen des Bundes rechnen für das laufende Jahr mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 0,8 Prozent, nachdem sie im Juni noch eine Expansionrate von 1,2 Prozent prognostiziert hatten.

Für das kommende Jahr zeigt sich die Expertengruppe des Bundes unverändert zuversichtlich. Die Wachstumsprognose von 1,7 Prozent bleibe unverändert. Die Credit Suisse revidiert ihre Voraussage für das laufende Jahr von 1,5 Prozent auf 1,1 Prozent und senkt auch die Erwartung für 2020 von 1,8 Prozent auf 1,4 Prozent. Beide Institute setzen ihre grösste Hoffnung in den Privatkonsum, auf den knapp 55 Prozent des Bruttoinlandproduktes verwendet werden und der sein moderates Wachstum aus der ersten Jahreshälfte fortsetzen sollte.

Diese Erwartung gründet auf der Annahme, dass die Arbeitslosigkeit trotz der Flaute im Industriesektor des wichtigsten Handelspartners Deutschland nur geringfügig steigt. Tiefe und stabile Arbeitslosenzahlen sind eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die Konsumenten ihre Ausgabenfreudigkeit nicht verlieren.

Zunahme der Arbeitslosigkeit dürfte ausbleiben

Die Credit Suisse stellt zwar fest, dass der exportlastigen Schweiz Maschinen-, Elektro- und Metallbranche (Mem) ein Stellenabbau drohe, doch eine verbreitete Zunahme der Arbeitslosigkeit sei deshalb nicht zu erwarten. Die akute Nachfrageschwäche in den ausländischen Absatzmärkten und der wiedererstarkte Frankenkurs stellten zwar für viele Unternehmen der Mem-Branche eine grosse Belastung dar, räumen die Ökonomen der Grossbank ein. Doch dies dürfte nicht darüber hinwegtäuschen, dass inzwischen zwei Drittel des Schweizer Exportvolumens aus Konsumgütern bestehe, die nach wie vor vom soliden globalen Konsumwachstum profitierten. Ob diese Sichtweise dem Realitätstest standhalten wird muss sich allerdings noch weisen.

Zählt man alle Beschäftigten aus der Uhren-, Pharma- und Lebensmittelindustrie zusammen ergibt sich ein Total von rund 170000 Personen. Das ist nur wenig mehr als die Hälfte der Gesamtbeschäftigung der Unternehmen aus den Mem-Branchen. Zur Vorsicht mahnt auch die aktuell starke Zunahme der Kurzarbeit, wenn auch von einem sehr tiefen Niveau. Ein schwacher Trost sind die Konsumimpulse durch die nach wie vor rege Zuwanderung, die im vergangenen Jahr zu einem Bevölkerungswachstum um 0,7 Prozent auf über 8,5 Millionen Menschen beigetragen hat. Unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums, bleibt von der erwarteten Zunahme des Bruttoinlandproduktes pro Kopf nur noch ein minimaler durchschnittlicher Wohlstandsgewinn.

Mit Spannung blickt die Schweiz auf den kommenden Donnerstag, an dem die Nationalbank ihren Zinsentscheid fällt. Die meisten Ökonomen rechnen offenbar nicht mehr damit, dass sie der Europäischen Zentralbank nachfolgen und den Leitzins ebenfalls weiter ins Minus drücken wird. Doch eine weitere scharfe Aufwertung der Währung wird das Noteninstitut kaum zulassen wollen, denn dafür ist die konjunkturelle Grosswetterlage dann doch zu fragil.

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