Gutes Geschäft
Konsole, Kobold, Staubsauger: Diese Artikel liessen zu Weihnachten die Kassen klingeln

Die Detailhändler rechnen mit guten Umsätzen im Weihnachtsgeschäft – und sagen, welche Dinge die Kunden am meisten interessierten.

Rebekka Balzarini
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Die Vorweihnachtszeit ist die wichtigste Zeit für Detailhändler.

Die Vorweihnachtszeit ist die wichtigste Zeit für Detailhändler.

KEYSTONE

Die Schweizer Detailhändler sind zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. Nachdem der 24. Dezember im letzten Jahr auf einen Sonntag gefallen war, wurde Heiligabend in diesem Jahr am Montag gefeiert. Noch mehr Zeit also, um auf den letzten Drücker die fehlenden Geschenke zu besorgen. Zudem fand am 23. Dezember vielerorts ein Sonntagsverkauf statt. «Weil Lebensmittel generell immer erst ein bis drei Tage vor Weihnachten eingekauft werden, war die Frequenz in den Supermärkten am 23. Dezember enorm hoch», sagt ein Sprecher der Migros. Weil das Wetter eher mild war, sei das Weihnachtsgeschäft aber erst relativ spät angelaufen. Manor ist ebenfalls glücklich mit dem Umsatz. Laut einer Sprecherin sei es zwar noch zu früh, um ein definitives Fazit zu ziehen, jedoch habe der Detailhändler wie in jedem Jahr in der Weihnachtszeit sehr hohe Umsätze verzeichnet. Der stationäre Handel werde dabei stetig durch das Online-Geschäft ergänzt. Laut der Sprecherin handelt es sich dabei aber um eine «positive» Ergänzung.

Insgesamt habe sich das Weihnachtsgeschäft von Manor im gleichen Rahmen wie den Vorjahren bewegt, grosse Schwankungen gebe es nicht zu vermelden. Im Multimediabereich wurde die Spielkonsole Nintendo-Switch häufig gekauft, daneben waren auch die neue Apple-Watch und iPhones ein Renner. Bei den Haushaltgeräte wurden am häufigsten ein Glätteisen, ein Haartrockner und ein Staubsauger gekauft. In der Spielwarenabteilung sei unter anderem der Weihnachtskobold Elfred ein beliebtes Geschenk. Der Kobold spielt die Hauptrolle im animierten Weihnachtsspot von Manor.

Auch bei Coop sei das Weihnachtsgeschäft gut gelaufen, sagt eine Sprecherin. «Wir konnten das gute Vorjahr noch überbieten und sind sehr zufrieden.» Das Online-Geschäft habe floriert und generiere mittlerweile einen wichtigen Teil des Weihnachtsumsatzes. Neben Wein seien vor allem Esswaren online gekauft worden. «Insbesondere Fleisch und Fisch von unseren Frischtheken waren sehr gefragt.»

Traditionelle Essgewohnheiten

Bei der Menüwahl haben sich die meisten Kunden für traditionelle Gerichte entschieden. Jedenfalls weisen die Verkaufszahlen von Coop und Migros darauf hin. Die Zutaten für Fondue chinoise und bourguignonne wurde oft gekauft, genauso wie Edelstücke vom Rind, etwa füe Pasteten, so die Coop-Sprecherin. Ähnlich tönt es bei der Migros. Neben Fleischwaren sei auch viel Käse für Raclette und Fondue verkauft worden.

Traditionell waren auch die Geschenke, die für die Kleinsten unter dem Weihnachtsbaum lagen. Laut den beiden Detailhändlern waren in den Päckli für die Kinder häufig Legosteine zu finden. Bei den Erwachsenen waren es Fitnesstracker, Drohnen, Sportuhren oder ein Mixgerät. Auch Accessoires waren gefragt: SwissmadeUhren und Schmuck mit einem Sternzeichen-Motiv oder Buchstaben gingen häufig über die Theke, genauso wie Produkte aus Kaschmirwolle.

Der Buchhandel konnte von der guten Kaufstimmung ebenfalls profitieren. «Im Vergleich zum Vorjahr ist das Weihnachtsgeschäft sehr erfreulich verlaufen», sagt ein Sprecher der Orell Füssli Thalia AG gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Sehr positiv sei insbesondere die deutliche Zunahme in den Läden, sagte der Sprecher weiter. Der Onlinekanal mache jeweils rund einen Viertel aus.

Nach dem grossen Weihnachtsgeschäft sind die nächsten Tages bis Jahresende ebenfalls wichtig. Viele Leute hätten frei und nutzen die Zeit, um in den Geschäften zu stöbern. «An Weihnachten werden oft Gutscheine verschenkt, die dann in den Tagen nach Weihnachten eingelöst werde», so die Coop-Sprecherin. Auch bei der Migros herrscht in den Tagen nach Weihnachten noch immer Hochbetrieb, etwa in der Spielwarenabteilung. Viele Kinder würden vorbeikommen und sich mit ihrem Weihnachtsbatzen etwas aussuchen.

Weihnachtsmärkte: Zufrieden trotz viel Regen

Neben den Geschäften sind auch Weihnachtsmärkte ein beliebter Ort, um für die Liebsten nach einem Geschenk zu suchen oder einen Glühwein zu trinken. Obwohl es in den Tagen kurz vor Weihnachten regnerisch war, sind die Organisatoren verschiedener Märkte in der Nordwestschweiz zufrieden. Die Veranstalter in Basel gehen davon aus, dass in diesem Jahr über 900'000 Personen den Markt besucht haben. Viele Gäste seien extra aus dem Ausland angereist, schreiben die Veranstalter in einer Medienmitteilung. In Basel sei das Wetter sogar insgesamt besser gewesen als im vergangenen Jahr, sagt eine Sprecherin des Standortmarketings Basel-Stadt. Zwar habe es auch in diesem Jahr an zwei Wochenenden geregnet. Allerdings hätten genau dann auch die Sonntagsverkäufe stattgefunden, deshalb sei der Markt trotzdem gut besucht gewesen. Sturmtief Zubin, das Mitte Dezember über die Schweiz fegte, habe am Markt ebenfalls keine Schäden angerichtet. Der Markt auf dem Münsterplatz musste nur einmal rund 30 Minuten früher schliessen, weil der Wind zu stark war.

In Aarau sorgte das Sturmtief kurzzeitig ebenfalls für Aufregung. «Der Sturm war ein grosses Problem», erinnert sich ein Sprecher des Aarauer Organisationskomitees. Die Stände hätten schliesslich aber keinen Schaden genommen. Das Wetter sei gesamthaft aber besser gewesen als im Vorjahr.
In Aarau fand der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr erst zum zweiten Mal statt. Wie viele Besucher den Markt besucht haben, können die Organisatoren nicht sagen, es seien aber mehr gewesen als im letzten Jahr.

In Luzern waren die Veranstalter ebenfalls zufrieden mit dem Wetter. Zwar sei es Ende November noch sehr warm gewesen, und entsprechend wenige Besucher hätten sich auf den Friedhofsplatz in Luzern verirrt, so ein Sprecher des Organisationskomitees. Je kühler es wurde, desto mehr Menschen hätten den Markt aber besucht. Entsprechend erleichtert seien die Aussteller gewesen, denn zu Beginn habe sich Nervosität breitgemacht. «Am Anfang wurde natürlich gejammert, aber am Schluss waren die meisten sehr zufrieden und kommen auch im nächsten Jahr wieder», so der Sprecher. (rba)