KONSUM: Coop profitiert von Innovationen

Coop blickt auf ein gutes Jahr 2013 zurück. Vor allem das Geschäft mit der Nachhaltigkeit lief erfreulich. Trotzdem: So richtig vom Fleck kommt der grösste Schweizer Detailhändler derzeit nicht.

Bernard Marks
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Im letzten Sommer startete Coop den Verkauf von Gemüse, das von der Norm abweicht. Dieses ist bis zu 35 Prozent günstiger als herkömmliches Gemüse. (Bild: pd)

Im letzten Sommer startete Coop den Verkauf von Gemüse, das von der Norm abweicht. Dieses ist bis zu 35 Prozent günstiger als herkömmliches Gemüse. (Bild: pd)

Die Idee, krumme Karotten, verhagelte Aprikosen aus dem Wallis oder herzförmige Kartoffeln zu verkaufen, statt sie wegzuwerfen, kam bei den Schweizerinnen und Schweizern im Jahr 2013 richtig gut an. Im letzten Jahr kauften sie sage und schreibe 265 000 Tonnen des nicht einwandfreien Obstes oder Gemüses – und sorgten damit für eine von zahlreichen kleinen Erfolgsgeschichten für Coop.

«Ein spannendes Jahr liegt hinter uns», sagte Coop-Chef Joos Sutter gestern an der Bilanzmedienkonferenz in Basel. Die Lage für den Schweizer Detailhandel habe sich entspannt. Coop konnte im Jahr 2013 erneut zulegen. Die Nettoerlöse des grössten Schweizer Detailhändlers legten um 0,9 Prozent auf knapp 26,9 Milliarden Franken zu. Besonders erfreulich: Auch der Jahresgewinn stieg im Vorjahresvergleich um 2,2 Prozent auf 462 Millionen Franken. Neu rapportiert der Basler Konzern die Nettoerlöse ohne Mehrwertsteuer (siehe Grafik). Auf diese Weise werden die Zahlen mit denjenigen anderer Schweizer Mitbewerber vergleichbar. Gegenüber der Migros, der grössten heimischen Konkurrenz, hat Coop demnach punkto Umsatz noch immer die Nase leicht vorne. Migros hatte bereits im Januar dieses Jahres einen Umsatz von 26,7 Milliarden Franken bekannt gegeben. Doch der vermeintliche Erfolg von ­Coop ist hart erkämpft. Viele kleine Detailprojekte verhalfen den Baslern letztlich zu dem denkbar knappen Erfolg. So richtig vom Fleck bewegt sich der Umsatz jedoch nicht.

Investitionen in niedrige Preise

Nachhaltig hergestellte Lebensmittel wie biologische Eier oder fair gehandelter Honig, Käse aus den Schweizer Bergen, importierte Bio­baumwolle: Das waren im Jahr 2013 die Verkaufsschlager bei Coop. Dies hat sich auch ausbezahlt. Mit nachhaltigen Produkten erzielt Coop mittlerweile 2,2 Milliarden Franken Umsatz. Allein die Biosparte wuchs um 14 Prozent auf über 1 Milliarde Franken Umsatz.

Während die Geschäfte im Ausland schwierig verliefen – Transgourmet konnte seinen Umsatz mit 8,2 Milliarden Franken halten, die Bell-Gruppe legte im Ausland zu –, purzelten im Inland die Preise. Sutter sprach in diesem Zusammenhang sogar von einer «gewaltigen Deflation». «Wir sind zum Grossteil selber für die sinkenden Preise verantwortlich», sagte er. Doch der Druck des Einkaufstourismus, der auch im Jahr 2013 stark blieb, zwang den Detailhandel, die Preise weiter zu senken.

Für rund 10 Milliarden Franken kauften Herr und Frau Schweizer 2013 im Ausland ein. Darauf reagierte Coop mit Preisabschlägen. Coop konnte diese teilweise dank tieferen Einkaufspreisen realisieren. Zum Teil litten aber dabei die Margen. «Wir haben innerhalb von zehn Jahren bei 11 700 Artikeln die Preise um insgesamt 1,6 Milliarden Franken gesenkt», sagte dazu Coop-Marketingchef Philipp Wyss.

Onlinegeschäft wächst stark

Die Onlineshops der Coop-Gruppe entwickelten sich erfreulich und erwirtschafteten 905 Millionen Franken, was einem Plus von 15,3 Prozent entspricht. Dabei legte Internethändler Coop@home 12,6 Prozent zu und erreichte einen Nettoerlös von 103 Millionen Franken. Microspot.ch steigerte den Nettoerlös um 26,1 Prozent auf 101 Millionen Franken. Bei Fust verkaufte man 2013 hingegen weniger.

Die Verkaufsfläche von Coop blieb 2013 nahezu konstant. Der Konzern expandierte allerdings weiter und zählte Ende Jahr mit 2162 Verkaufsstellen 34 mehr als vor Jahresfrist. Die Zahl der Angestellten sank indes um 0,4 Prozent auf 74 955 bei leicht steigender Lohnsumme.