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KONSUM: Felix Meyer: «Mitarbeiter sind entscheidend»

Die Migros Luzern hat 2013 ein Rekordergebnis erzielt. Geschäftsleiter Felix Meyer erklärt, warum der ­Preiskampf Grenzen hat und das Catering bei Spielen des FC Luzern besser werden kann.
Interview Bernard Marks Interview Bernard Marks
Rund 4000 Bio-Artikel: Die Migros Luzern eröffnete 2013 den Bio-Supermarkt Alnatura im Einkaufszentrum Metalli in Zug. (Bild Stefan Kaiser)

Rund 4000 Bio-Artikel: Die Migros Luzern eröffnete 2013 den Bio-Supermarkt Alnatura im Einkaufszentrum Metalli in Zug. (Bild Stefan Kaiser)

Felix Meyer, das Jahr 2013 war für die Migros Luzern das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Genossenschaft (siehe Grafik). Seit 2005 konnte der Gewinn fast jedes Jahr gesteigert werden. Sie sind jetzt rund zwei Jahre Geschäftsleiter der Migros Luzern. Wie sehen Sie die Wachstumsaussichten der Migros für die Zukunft?

Felix Meyer*: Es gibt zwei Möglichkeiten: Das eine ist das Wachstum durch Expansion. Doch das wird in Zukunft tendenziell schwierig. Denn die grossen Einkaufszentren sind gebaut. Auch für die kleinen Läden gibt es nur noch wenige Orte. Doch obwohl wir im Jahr 2013 unsere Ladenfläche kaum erweitert haben, konnten wir trotzdem wachsen. Wir konnten im Jahr 2013 unsere Produktivität steigern. Das müssen wir auch weiterhin schaffen.

Wie wollen Sie das erreichen?

Meyer: Wir wachsen in vielen kleinen Schritten und arbeiten täglich an zahllosen Abläufen und Details, um uns zu verbessern. Das ist derzeit das Rezept für Wachstum im Detailhandel. Wir haben zum Beispiel die Planungsprozesse verbessert und versuchen, das Personal effektiver einzusetzen. Erst die Summe aus allen Fortschritten bringt am Ende den Erfolg für die gesamte Genossenschaft.

Die Migros investiert auf nationaler Ebene 2014 rund 200 Millionen Franken in Preissenkungen. Wie viel davon wird die Migros Luzern tragen?

Meyer: Wir übernehmen 10 Prozent von dieser Summe, das sind rund 20 Millionen Franken.

Die Preise sind allerdings bereits in den letzten Jahren stark zurückgekommen. Im Bereich Unterhaltungselektronik ist es in der Schweiz sogar schon günstiger als im Ausland. Werden die Preise weiter fallen?

Meyer: Der Preiskampf ist lanciert und wird auch sicher nicht so schnell aufhören. Wir sehen aber, dass es eine deutliche Verlangsamung der Preiserosion gibt. Denn letztlich ist der Preiskampf für alle Beteiligten ruinös. Es macht auch ökologisch keinen Sinn, wenn die Ware am Schluss nichts mehr wert ist. Hinzu kommt, dass wir für jede Preisreduktion effizienter arbeiten müssen. Deshalb gibt es meiner Ansicht nach klare Grenzen für Preissenkungen.

Wie sieht das für die Konkurrenz aus? Haben Discounter wie Aldi und Lidl ebenso begrenzte Möglichkeiten für Preissenkungen?

Meyer: Das ist so. Denn diese Unternehmen haben höhere Kosten für Löhne und Standorte in der Schweiz. Also muss auch die Konkurrenz auf Effizienz achten. Hinzu kommt, dass wir bei bestimmten Preisen bereits auf Augenhöhe sind. Nicht ohne Grund entwickeln sich Zahlen des Discounters Denner positiv. Zudem haben wir 700 M-Budget-Produkte auf einem ähnlichen Preisniveau wie zum Beispiel Aldi. Das steuern wir bewusst so, dadurch haben die deutschen Discounter in der Schweiz kein freies Feld.

Auch bei den Mitgliederzahlen konnte die Migros Luzern erneut zulegen. Sind Sie Musterschüler im Migros-Genossenschafts-Bund?

Meyer: Ja, wir konnten im Jahr 2013 rund 1900 Mitglieder hinzugewinnen und haben jetzt 181 600 Genossenschafter. Im Vergleich sind wir im Migros-Genossenschafts-Bund praktisch bei jeder Kennzahl an Nummer 1 oder auf dem Podest. Aus diesem Grund wird es nicht einfach, das Rekordergebnis aus dem Jahr 2013 zu toppen. Wir wollen daher darauf achten, wie wir uns in Zukunft positionieren. Dabei konzentrieren wir uns auf unsere Kunden und auf die Ausbildung unserer Mitarbeitenden. Denn das Sortiment ist austauschbar, die Mitarbeiter nicht. Ihre Motivation und Fachkenntnis sind entscheidend für unseren Erfolg.

Die Migros hat über 30 000 Kunden in den zahlreichen Fitnessstudios in der Zentralschweiz. Wie wichtig ist Fitness für die Migros Luzern?

Meyer: Migros hat sich neben Nachhaltigkeit auch Gesundheit auf die Fahnen geschrieben. Wir investieren in die Fitnesscenter, um sportliche Angebote zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Deshalb expandieren wir in Fitness. Wir wollen langfristig in diesem Bereich mehr Kunden gewinnen. Unser Ziel sind rund 40 000 Mitglieder. Im Jahr 2013 erwirtschafteten wir im Freizeit- und Fitnessbereich 36 Millionen Franken. Wir wollen damit aber nicht primär Geld verdienen. Am Ende soll mindestens eine schwarze Null vor dem Komma stehen.

Auch der Bereich Gastronomie ist für die Migros ein wichtiger?

Meyer: Vor allem das Catering ist ein interessanter Bereich für uns. Stationär ist es für uns zwar eher ein schwieriges Feld. Trotzdem investieren wir hier wie zum Beispiel am Sonnenplatz in Emmenbrücke, wo wir das Restaurant vollständig modernisieren. Wir sehen das als Service für unsere Kunden. Der Umsatz im Gastrobereich lag 2013 mit 45 Millionen Franken fast auf Vorjahresniveau.

Wie sieht es aus mit dem Catering in der Swissporarena?

Meyer: Die Zusammenarbeit mit dem FC Luzern ist hervorragend. Doch der Erfolg vom Catering in der Swissporarena steht und fällt natürlich auch mit dem sportlichen Erfolg des FC Luzern. Wenn nur halb so viele Zuschauer bei Heimspielen in das Stadion kommen, dann haben wir auch weniger Kunden und damit weniger Einnahmen. Das haben wir 2013 erlebt. Wir können gewisse Kosten zwar auffangen, aber nicht alle. Aus diesem Grund hatten wir nicht so viel Erfolg wie 2012. Aber es ist für uns kein Verlustgeschäft.

Viele Stadionbesucher beklagen sich über zu lange Wartezeiten an den Verkaufsständen in den Pausen.

Meyer: Hier haben wir bereits Anpassungen gemacht. Die Ausgabe an den Verkaufsständen haben wir etwas verbessert und die Sortimente anders angeordnet. Wir haben auch zusätzlich zwei Food-Corner eingerichtet. Zudem wurden die mobilen Verkäufer mit den Bauchläden verdoppelt. Aber warmes Essen können diese Mitarbeitenden natürlich nicht verkaufen. Da gilt es, in Zukunft nach weiteren Lösungen zu suchen.

Hinweis

* Felix Meyer (55) ist verheiratet und lebt in Küssnacht SZ. Er ist ausserdem Mitglied der Verwaltung des Migros-­Genossenschafts-Bundes.

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