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Tourismus: Allzeitrekord für Hotellerie

Noch nie gab es in der Schweiz so viele Übernachtungen wie 2018. Vom Aufschwung profitieren fast alle Regionen – nebst den boomenden Städten auch wieder verstärkt Destinationen in den Bergen. Und auch Luzern verbucht Rekordwerte.
Niklaus Vontobel
Touristen bestaunen das Bergpanorama von Rigi Kulm aus. (Bild: Boris Bürgisser (20. April 2018)

Touristen bestaunen das Bergpanorama von Rigi Kulm aus. (Bild: Boris Bürgisser (20. April 2018)

Schweiz Tourismus zog gestern stellvertretend für die gesamte Branche die Bilanz des Jahres 2018. Die Marketingorganisation konnte neue Rekorde präsentieren. Schweizer Gäste hatten noch nie mehr Logiernächte gebucht: 17,4 Millionen. Insgesamt wurde eine neue Bestmarke erreicht, nämlich rund 38,8 Millionen Übernachtungen. Das Bundesamt für Statistik hält fest: «Das erste Mal in ihrer Geschichte überschreitet die Hotellerie die Marke von 38 Millionen Logiernächten.» Von diesem Aufschwung haben fast alle Regionen etwas. Nicht nur der ohnehin boomende Städtetourismus, auch die Bergregionen legten zu. «Das Wachstum ist flächendeckend», sagt der Direktor von Schweiz Tourismus, Martin Nydegger. Zudem kann er vermelden, dass mehr europäische Gäste den Weg in die Schweiz finden. Es gehe wieder aufwärts, insbesondere kämen wieder mehr Deutsche. Für den Schweizer Tourismus ist Deutschland der weitaus wichtigste Auslandsmarkt.

Jubelstimmung will Nydegger dennoch keine verbreiten. Am Schluss seines Vortrages zeigt er ein unschönes Bild: wie sich die Logiernächte europäischer Gäste in den Berggebieten entwickelt haben. Dort sind Deutsche, Briten oder Niederländer nach wie vor entscheidend. Der Boom an asiatischen Gästen ist kaum angekommen. Bei den europäischen Gästen zeigt sich in den Berggebieten nun eine kleine Erholung in den letzten zwei Jahren. Doch die Logiernächte liegen 43 Prozent unter dem Niveau von 2008. Vor allem der starke Franken hat europäische Gäste vertrieben. Nydegger warnt: «Die aktuelle Erholung ist bloss ein erster Schritt auf einem langen Weg zurück.»

Hochzeitstourismus als Chance

Ein Schritt auf diesem Weg kann der Hochzeitstourismus sein. Ein extremes Beispiel dafür hat St. Mo­ritz gegeben. Dort hat die indische Milliardärsfamilie Ambani für 100 Millionen Franken einen Vergnügungspark samt Riesenrad gebaut, mehrere Bands und Performer engagiert und rund 500 Angestellte eingeflogen (siehe Seite 18). Den wachsenden Markt des Hochzeitstourismus will Schweiz Tourismus auch hierzulande speziell fördern.

Am gleichen Tag wie Schweiz Tourismus kommentieren regionale Vermarkter die neuen Zahlen. So kam die Region Zürich auf ein Plus von 5,4 Prozent und überschreitet erstmals die Marke von 6 Millionen Übernachtungen. «Zürich Tourismus» dazu: «Zürich bleibt die mit Abstand grösste Tourismusdestination der Schweiz». Die zürcherische Position an der Spitze zeigt den Wandel der letzten zehn Jahre. 2008 lag Zürich noch weiter hinter der «mit Abstand grössten Tourismusdestination der Schweiz», nämlich Graubünden. Zürich hatte rund 1,5 Millionen – oder rund 25 Prozent – weniger Übernachtungen als der Bergkanton.

Heutzutage ist die Region Bern der zweitgrösste touristische Anziehungspunkt. Graubünden auf Platz drei kam 2018 auf ein Plus von 5,7 Prozent und gelangte auf 5,1 Millionen Übernachtungen. Damit schaffte der Kanton das zweite Wachstumsjahr in Folge. So wurden die Verluste der letzten Jahre teils wettgemacht. Im Vergleich zu 2008 fehlen jedoch rund 1,1 Millionen Übernachtungen – 20 Prozent des damaligen Niveaus.

Einen Rekord erreichten Luzern und die Region Vierwaldstättersee: 3,9 Millionen Logiernächte. Die Region wuchs 2018 kräftig mit 5,9 Prozent. Das war «die grösste Zunahme aller Tourismusregionen», wie Luzern Tourismus herausstrich (siehe Kasten oben). Wenn man weiter zurückblickt, kommt Luzern jedoch bei weitem nicht an das zürcherische Wachstum heran. Zürich hatte 2018 rund 34 Prozent mehr Logiernächte als 2008. Luzern bloss 12 Prozent.

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