Krankenkassenprämien 2010 – Erhöhung bis zu 27 Prozent!

Dem Internet-Vergleichsdienst comparis.ch liegen die ersten Krankenkassen-Prämieneingaben vor. Eine erste Analyse zeigt: Betroffen vom drohenden Prämienanstieg sind vor allem Personen mit einer Wahlfranchise.

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Keystone

Im Schnitt steigen die Krankenkassenprämien aufs nächste Jahr um 15 Prozent, so die Ankündigung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) diesen Mai. Wer aber wie fest vom Prämienanstieg betroffen sein wird, war bisher unklar. Dem Internet-Vergleichsdienst comparis.ch liegen die ersten Prämien einiger Krankenkassen vor. Analysiert wurden die Prämien von Compact, Innova, Innova Wallis, Krankenkasse Luzerner Hinterland, Moove Sympany, Sanitas, Sodalis, Vivao Sympany und Wincare.

comparis.ch hat errechnet, dass es sowohl moderate Prämienaufschläge als auch teilweise massive Prämienerhöhungen geben wird. So beträgt der Durchschnitt der Prämienerhöhung im Viertel mit den geringsten Aufschlägen 4 Prozent, im Viertel mit den höchsten Aufschlägen beträgt der Durchschnitt 23 Prozent. Trotz der jüngsten Anstrengungen, die Prämien zu senken, dürften für viele Versicherte die Prämien auf nächstes Jahr hin massiv steigen.

Hohe Franchise - hohe Prämienerhöhung

Die geringsten Erhöhungen bei Erwachsenenprämien wird es für Versicherte mit einer Grundfranchise von 300 Franken geben. Bei dieser Franchisenstufe beträgt der durchschnittliche Aufschlag im ersten Viertel 1 Prozent, im letzten Viertel 15 Prozent. Anders sieht es für die Versicherten mit einer Wahlfranchise aus, also für deutlich mehr als die Hälfte der erwachsenen Versicherten: Bei einer Franchise von 2000 Franken schlagen im ersten Viertel die Prämien im Schnitt um 6 Prozent auf, im letzten Viertel sind es 27 Prozent!

Grund für diese unterschiedlichen Prämienveränderungen: Bei Wahlfranchisen wird auf das kommende Jahr hin der Maximalrabatt gesenkt. «Durch die Rabattsenkung bezahlen gerade jene Versicherten einen grossen Teil des Kostenanstiegs im Gesundheitswesen, die durch eine hohe Eigenverantwortung bereits zur Kostenreduktion beitragen», beschreibt Richard Eisler, Geschäftsführer von comparis.ch, die Auswirkungen des tieferen Rabatts für Wahlfranchisen.

Bei den verschiedenen Versicherungsmodellen lassen sich bisher keine unterschiedlichen Prämienanstiege erkennen. Bei den comparis.ch vorliegenden Prämien ist der Aufschlag für HMO-, Telmed- sowie Hausarztmodelle nicht grösser als für das Standardmodell. «Alternative Versicherungsmodelle bleiben somit eine Möglichkeit, um Prämien zu sparen. Ihre Bedeutung dürfte weiter zunehmen», blickt Eisler in die Zukunft. Ebenso deuten die ersten Prämien darauf hin, dass bei allen Altersgruppen der Prämienanstieg ähnlich ausfallen wird. (pd/aen)