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Krankenversicherung wirft zunehmend Fragen auf

Die Fallzahlen bei der Ombudsstelle steigen weiter – aber nicht nur, weil sich Patienten melden, sondern auch Organisationen, die nicht weiterwissen.
Balz Bruder
Morena Hofstettler Socha ist Ombudsfrau der Krankenversicherungen. (Bild: Nadia Schärli)

Morena Hofstettler Socha ist Ombudsfrau der Krankenversicherungen. (Bild: Nadia Schärli)

Immer mehr Patientinnen und Patienten wenden sich an die in Luzern domizilierte Ombudsstelle Krankenversicherung. Seit 2014 ist die Fallzahl kontinuierlich am Steigen – 2017 waren 5499 Eingänge zu registrieren; das sind gut 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr). Das bedeutet viel Arbeit für das Team von Stellenleiterin und Rechtsanwältin Morena Hostettler Socha, die seit 2013 als Ombudsfrau tätig ist.

Auffällig dabei: Vor allem in den Bereichen Versicherungsleistungen sowie Abschluss und Wechsel von Versicherungen sind steigende Fallzahlen zu verzeichnen. Aber nicht nur dies: Hostettler Socha stellt fest, dass zunehmend Institutionen den Weg zur Ombudsstelle einschlagen, die gar keine Anliegen haben, die in die Zuständigkeit derselben fallen. Konkret: Schuldenberatungsstellen, Sozialämter und Ärzte klopfen bei Fragen rund um die Invalidenversicherung, Prämienverbilligung, Liste säumiger Prämienzahler, Haftpflichtrecht usw. an.

Ombudsstelle kann und will nicht alles machen

Hostettler Socha hat dabei eine klare Haltung: «Es ist nicht unsere Aufgabe, anderen Organisationen die Arbeit abzunehmen oder uns in tarifpolitische Streitigkeiten zwischen Leistungserbringern und Versicherern einzumischen.» Und eingreifen kann die Ombudsstelle auch nicht, wenn der Versicherer gegenüber dem Versicherten eine Verfügung erlassen hat und der Rechtsweg eröffnet ist – «eine Vermittlung ist dann nicht mehr möglich», führt Hostettler Socha aus. Ebenfalls nicht tätig wird die Ombudsstelle, wenn Rechtsschutzversicherungen ihre Klienten zu ihr schicken, statt die versicherten Leistungen zu erbringen, welche die Kunden mit ihren Prämien zahlen.

«Unsere Hauptaufgabe besteht vielmehr darin, Missverständnisse zwischen Versicherten und Versicherern zu beheben und bei Meinungsverschiedenheiten Lösungen zu vermitteln», sagt Hostettler Socha, «und dies kostenlos und auf unbürokratische Art und Weise». Dass der Ombudsstelle dies gut gelingt, zeigen die 400 Fälle, in denen sie im Sinne der Versicherten bei den Versicherern vorstellig wurde und in knapp 80 Prozent mit ihrer Intervention durchdrang.

Umgekehrt bedeutet dies: Der Hauptharst der Fälle konnte ohne Intervention gelöst werden – weitaus am häufigsten ist es so, dass die Ombudsstelle den Entscheid des Versicherers aufgrund der Fakten- und Rechtslage bestätigt oder diesen dem Versicherten erläutert. Dabei geht es insbesondere um Fragen der Versicherungspflicht, der Versicherungsformen, des Kassenwechsels sowie der Versicherungsleistungen.

Einfluss auf die Geschäftspolitik der Versicherer

Auch wenn die Ombudsstelle von den Versicherern finanziert wird: Ihre Unabhängigkeit ist nach Aussage von Hostettler Socha nicht tangiert. Sie ist zwar keine Aufsichtsbehörde über die Versicherer, «aber wir sind berechtigt, die Dachverbände der Versicherer oder die Öffentlichkeit zu informieren, wenn sich in einem Sachbereich die Klagen der Versicherten häufen», sagt Hostettler Socha. Und fügt an: «In Teilbereichen kann auf diese Weise tatsächlich Einfluss auf die Geschäftspolitik der Krankenversicherer genommen werden.»

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