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KRIENS: Andritz lagert Produktion aus

Andritz Hydro will in Kriens keine Wasserturbinen mehr herstellen. Betroffen sind bis zu 35 Arbeitsplätze. Teile des Firmenareals in Kriens sollen verkauft werden.
Der Hersteller von Wasserturbinen setzt bei der Produktion in Kriens den Rotstift an. (Archivbild Neue LZ)

Der Hersteller von Wasserturbinen setzt bei der Produktion in Kriens den Rotstift an. (Archivbild Neue LZ)

Bernard Marks

Bei der Krienser Firma Andritz Hydro AG kommt es zu Entlassungen. Der Zulieferer für erneuerbare Energien verlagert die Wasserturbinen-Laufradfertigung und die Beschichtung von Kriens ins süddeutsche Ravensburg, wie gestern bekannt wurde. Die Umstrukturierung soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Sie hat einen Arbeitsplatzabbau von 30 bis 35 Stellen in der Schweiz zur Folge. «Dieser wird soweit wie möglich über Frühpensionierungen, natürliche Fluktuationen, interne Versetzungen und Angebote nach Ravensburg stattfinden», erklärt Co-Geschäftsführer und Standortleiter Heinz Duner.

Sozialplan wird erstellt

Die Anzahl Kündigungen und wann sie ausgesprochen werden, sei zum heutigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Ein Sozialplan für die betroffenen Angestellten werde ausgearbeitet. Der bestehende Maschinenpark in Kriens wird reduziert und die Schweissroboteranlagen nach Ravensburg transferiert. Das bestehende Firmenareal in Kriens wird deutlich verkleinert. «Drei Hallen sollen verkauft oder vermietet werden», sagt Duner. Hierbei handelt es sich um eine Fläche von 12 000 Quadratmetern. Dort könnten allenfalls Wohnungen entstehen, ein Konzept dafür wurde aber noch nicht erstellt. Gestern Morgen wurde die Gemeinde Kriens über die Pläne von Andritz Hydro informiert. «Der Gemeinderat bedauert den Schritt, und wir bedauern diese Auslagerung auch», sagt Heinz Duner. Die Herstellung eines Hightech-Produktes in der Schweiz stillzulegen, sei kein einfacher Entscheid. «Aber nach Prüfung der Varianten ist es die beste Lösung», sagt Heinz Duner.

Dieser Schritt kommt trotzdem nicht überraschend. Bis 2013 hatte Andritz Hydro zwar noch Hochkonjunktur. Doch das hat sich seit zwei Jahren grundsätzlich verändert. Grund ist laut Heinz Duner nicht allein der starke Franken, sondern die negative Entwicklung des Marktes, auf die der Konzern mit einer Neuausrichtung ihrer Fertigungskapazitäten reagiert. «Die günstige Kohle, die Subventionen in die Solarkraft und die Windenergie sowie das günstige Erdöl haben den Strompreis unter 6 Cent pro Kilowattstunde gedrückt, was die Ertragslage und Investitionskraft unserer Kunden negativ beeinflusst», erläutert Duner.

Abbau von Überkapazitäten

Andritz Hydro spürt als Anbieter von Serviceleistungen für Wasserkraftanlagen und Hersteller von Turbinen diesen Druck im Markt massiv. Die Frankenstärke hat die Situation jüngst noch verstärkt. Der Konzern will deshalb Überkapazitäten abbauen und die Produktionen zusammenlegen. In Ravensburg soll ein Fertigungskompetenz­center für Wasserturbinen entstehen. «Hier hat der Standort Ravensburg einen Kostenvorteil gegenüber der Schweiz», erklärt Duner. Grund dafür sei unter anderem der zum Franken tiefere Euro.

Wie wird es in Kriens weitergehen? «Wir werden uns in der Produktion neu nur noch auf die reinen Service und die Modernisierung von Wasserkraftwerken konzentrieren», sagt Duner. Das beinhaltet die Reparatur von Turbinen und Generatoren aus bestehenden Wasserkraftwerken sowie die Sanierung von Einläufen, Absperrventilen und den Unterhalt der Leit- und Automatisierungstechnik. «Wir glauben sogar, dass wir ohne die Neufertigung von Wasserturbinen in Kriens besser aufgestellt sind, weil wir den Service schneller und kostengünstiger ausführen können», sagt Duner.

Die Krienser Andritz Hydro gehört zur Andritz-Gruppe. Diese liefert weltweit Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen für Wasserkraftwerke. Die Gruppe beschäftigt 24 850 Mitarbeiter. Hauptsitz des börsenkotierten Unternehmens ist Graz.

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