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KRIENS: Breitschmid-Gruppe expandiert

Die auf Zahnpflege spezialisierte Breitschmid-Gruppe übernimmt die italienische Firma Gerhò. Eine wichtige Rolle bei diesem Deal spielte eine Freundschaft
Roman Schenkel
Ueli Breitschmid, Inhaber der Curaden International AG (rechts), und der Leiter Forschung und Entwicklung, Mathias Mütsch, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2013, sind auf Expansionskurs. (Bild: PD)

Ueli Breitschmid, Inhaber der Curaden International AG (rechts), und der Leiter Forschung und Entwicklung, Mathias Mütsch, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2013, sind auf Expansionskurs. (Bild: PD)

Im harten Wirtschaftsgeschehen bleibt Freundschaft oft auf der Strecke. Nicht so bei der gestern vermeldeten Übernahme des italienischen Unternehmens Gerhò durch die Krienser Breitschmid-Gruppe. Zwar stehen dabei wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund, wie Ueli Breitschmid (69), Chef der gleichnamigen Firmengruppe, betont. «Dank der Akquisition von Gerhò werden wir grösser, leistungsfähiger und konkurrenzfähiger», sagt er. Die Freundschaft zum Gerhò-Gründer und Geschäftsführer Dieter Gallmetzer habe bei der Übernahme aber eine wesentliche Rolle gespielt.

«Dieter Gallmetzer war fremdfinanziert, und die Kapitalgesellschaft wollte die Beteiligung an Gerhò verkaufen», sagt Breitschmid. Es habe der Verkauf an eine grosse internationale Firma gedroht. «Das wollte der Firmengründer verhindern, und er hat nach einem anderen Käufer gesucht», sagt Breitschmid.

Umsatz von 45 Millionen Franken

Breitschmid habe sich den Kauf gut überlegt und sei dann als «Weisser Ritter» aufgetreten. «Gerhò passt als Zulieferer von Zahnarztpraxen und Labors perfekt in unser Portfolio», sagt er. Das Unternehmen ist einer der grössten Verbrauchsmaterialhändler in Italien, Frankreich und Spanien. Die Firma hat 52 Angestellte und verkauft von Bohrern, Watterollen oder Injektionsmaterialien alles, was in einer Zahnarztpraxis benötigt wird. Damit hat Gerhò im letzten Geschäftsjahr 45 Millionen Franken erwirtschaftet und dabei «sehr gute» Gewinne erzielt. Der Wert der Firma mit Sitz in Bozen in Südtirol wird auf 20 bis 25 Millionen Franken beziffert.

Einen hohen einstelligen Millionenbetrag habe die Mehrheit am italienischen Unternehmen gekostet. «Das ist ein relativ vernünftiger Kapitaleinsatz», sagt Breitschmid. Er erwartet von der Übernahme «wesentliche» Synergie­effekte in Einkauf, Logistik und Marketing. «Für Kunden in Europa werden wir zu einer valablen Alternative zu den grossen amerikanischen und deutschen Dentallieferanten», sagt er. Die Breitschmid-Gruppe ist mit ihrer Tochterfirma Curaden im gleichen Geschäftsfeld wie Gerhò tätig. Unter den Marken Curaprox und Swiss Smile verkauft die Breitschmid-Tochter erfolgreich Zahnbürsten und weitere Produkte zur Mundgesundheit in über 50 Länder.

Grösseres Sortiment, tiefere Preise

«Diese Übernahme ist der erste Schritt in der Strategie, das Geschäft auf Europa auszuweiten», sagt Breitschmid. Im Markt mit Verbrauchsmaterialien würden momentan vor allem deutsche und amerikanische Firmen dominieren. Für Schweizer Praxen und Labors werde seine Gruppe künftig eine grössere Produktauswahl anbieten können. «Dank Gerhò können wir auch leistungsfähige Eigenmarken ins Sortiment aufnehmen», sagt er.

Wichtig seien die Auswirkungen der Übernahme auch fürs Verhältnis von Schweizer und europäischen Preisen: «Die Breitschmid-Gruppe wird der Tendenz Einhalt bieten können, dass Praxen und Labors im Ausland einkaufen, um Preisvorteile zu erzielen», so der Breitschmid-Chef. Seine Firma habe unter dem Einkaufstourismus schwer gelitten. Inzwischen habe sich die Situation zwar etwas entspannt, da die Währungsdifferenz etwa zu Italien oder Deutschland nicht mehr so attraktiv sei.

Dennoch seien viele Firmen nach dem Wechsel zu einem ausländischen Partner nicht mehr zurückgekommen. «Ist eine Geschäftsbeziehung einmal etabliert, dann wechselt man nicht so schnell zurück», sagt Breitschmid.

255 Angestellte in der Schweiz

Zur Breitschmid-Gruppe gehören neben dem Praxis- und Laborausrüster Curaden, die Curaden IT Solutions und der Aus- und Fortbilder Curaden Academy. Hinzu kommt die Curaden International AG, welche Vertriebspartner und Tochterfirmen in über 50 Ländern hat. Einen Namen gemacht hat sich die Firma mit den Marken Curaprox und Swiss Smile. In der Schweiz arbeiten 255 Personen für Breitschmid an den Standorten Basel, Crissier, Dietikon, Riazzino. Am Hauptsitz in Kriens sind 60 Angestellte beschäftigt. 2012 machte die Breitschmid-Gruppe 150 Millionen Franken Umsatz.

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