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Kritische Hapimag-Aktionäre pochen auf Sonderprüfung

Die Generalversammlung des Zuger Feriendienstleisters Hapimag in zehn Tagen verspricht einmal mehr Spannung. Die Aktionärsgruppe HFA lehnt die Jahresrechnung ab und stellt einen eigenen Kandidaten für den Verwaltungsrat.
Maurizio Minetti
Das Hapimag-Resort Tonda in der Nähe der toskanischen Städte Pisa und Lucca. (Bild: PD)

Das Hapimag-Resort Tonda in der Nähe der toskanischen Städte Pisa und Lucca. (Bild: PD)

Die seit Jahren laufende Auseinandersetzung zwischen der Führung von Hapimag und der kritischen Aktionärsvereinigung HFA schien sich zuletzt etwas zu entschärfen. Immerhin hat der Steinhauser Feriendienstleister Mitte März mit einem Gewinn von knapp 15 Millionen Euro das beste Resultat in der Unternehmensgeschichte präsentiert. Das sollte die Gemüter beruhigen.

Wenige Tage vor der ordentlichen Generalversammlung vom 26. April in Baar tritt der «Hapimag Ferienclub für Aktionäre» nun aber wieder kämpferisch auf wie eh und je. Die einflussreiche Aktionärsgruppe will an der GV die Jahresrechnung ablehnen und mit Rudolf Andermann einen eigenen Kandidaten in den Verwaltungsrat wählen lassen. Er soll den ehemaligen CEO Kurt Scholl ersetzen, der seit 2013 Verwaltungsrat ist und in den Augen des HFA «wesentlich für die Probleme der letzten Jahre mitverantwortlich» sein soll. Ausserdem will der HFA, dass der Gewinn in Renovierungen fliesst und nicht «in einer Gewinnreserve versenkt wird», wie HFA-Vertreter Frank Dorner sagt.

Vorwurf der mangelnden Transparenz

«Was wir insbesondere bemängeln, ist die über die Jahre immer weiter eingeschränkten Informationen zu den einzelnen Resorts», sagt Dorner. Der Verwaltungsrat weigere sich, Zahlen wie Errichtungskosten, Abschreibungen oder Ertragszahlen pro Resort bekannt zu geben. Dorner: «Rechtlich ist das wohl zulässig, aber man verschleiert damit jegliche Transparenz. Weil diese Angaben fehlen, konnte es überhaupt erst zu den Merkwürdigkeiten bei den Resort-Verkäufen und Neuanschaffungen kommen», sagt Dorner. Er sieht in der Weigerung von Hapimag, diese Daten offenzulegen, den Grund für die vor einem Jahr an der GV angestossene Sonderprüfung. Diese ist nach wie vor bei den Zuger Justizbehörden hängig. Der HFA ist der Meinung, der Verwaltungsrat verzögere den Prozess.

Hapimag weist die Vorwürfe zurück. Mediensprecher Baha ­Jamous sagt zum Vorwurf der fehlenden Transparenz: «Die Resorts sind die wichtigsten Vermögenswerte der Hapimag. Mit der Veröffentlichung detaillierter Betriebszahlen landen wir schnell auf dem Radar von Immobilienspekulanten und schwächen unsere Verhandlungsposition am Markt.» Er verweist auf den Geschäftsprüfungsbeirat, der «die gewünschte Transparenz in dieser Sache» bringen soll. Dieses neue unabhängige Gremium werde von der Generalversammlung gewählt und erhalte Einblick in alle Zahlen.

Hapimag-Sprecher Baha Jamous. (Bild: PD)

Hapimag-Sprecher Baha Jamous. (Bild: PD)

Was die Sonderprüfung betrifft, betont Jamous, dass man «vorerst nochmals das Gespräch gesucht» habe, einerseits zur Klärung der Sonderprüfungsfragen und andererseits, um gewisse prozessuale Themen im Hinblick auf das Sonderprüfungsverfahren selber einvernehmlich regeln zu können. Dies sei in gewissen Bereichen auch gelungen. «Die eingereichten Fragen orientieren sich an den Fragen, die der Generalversammlung 2018 vorgelegt wurden. Sie wurden teilweise unverändert eingereicht, teilweise in abgeänderter Form; teilweise wurden aber auch neue Fragen eingereicht. Wir haben bis anhin noch keine Stellung zu den Fragen beziehen müssen oder können. Der Verwaltungsrat ist weiterhin der Auffassung, dass er alle an der Generalversammlung 2018 vorgelegten Fragen korrekt und genügend detailliert beantwortet hat», sagt Jamous.

Die Kandidatur des HFA-Manns Rudolf Andermann lehnt Hapimag ab. Einerseits deshalb, weil er dieses Jahr 70 Jahre alt werde und gemäss Statuten nur noch für ein Jahr im Verwaltungsrat Einsitz nehmen könnte. Zudem habe man mit dem ehemaligen CEO Kurt Scholl einen ausgewiesenen Finanzfachmann im Aufsichtsgremium.

Lob an die Adresse der neuen Führung

Trotz aller Uneinigkeiten: Beide Seiten sprechen von einer positiven Entwicklung im jahrelangen Streit. HFA-Vertreter Frank Dorner anerkennt, dass die neue Führung unter CEO Hassan Kadbi «erfolgreich an der Kosten­optimierung gearbeitet» habe und erste Verbesserungsvorschläge im Bereich Punktezukauf und Buchungsbestimmungen umgesetzt worden seien. «Erstmals werden auch Vorschläge der Aktionärsvertretungen geprüft und umgesetzt. Dieses Team bemüht sich, die Fehler der Vergangenheit Schritt für Schritt zu beheben», sagt Dorner. Für Hapimag-Sprecher Baha Jamous wird es jetzt Zeit, «die Vergangenheit hinter uns zu lassen und gemeinsam an der Zukunft unseres Unternehmens zu arbeiten».

Zwischen den beiden Parteien scheint eine konstruktive Zusammenarbeit also durchaus möglich. An der Generalversammlung werden sie aber einmal mehr die Klingen kreuzen.

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