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KRYPTOWÄHRUNGEN: Finma publiziert Wegleitung zu digitaler Kapitalbeschaffung

Die Finanzmarktaufsicht hat eine Art Regelwerk für Initial Coin Offerings veröffentlicht. Damit will sie dem Boom in der Schweiz begegnen.
Mark Branson, Direktor der Finanzmarktaufsicht (Finma). (Bild: Michele Limina/Bloomberg (Bern, 28. Juni 2016))

Mark Branson, Direktor der Finanzmarktaufsicht (Finma). (Bild: Michele Limina/Bloomberg (Bern, 28. Juni 2016))

Mit sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs) kann Kapital für unternehmerische Zwecke digital beschafft werden, basierend auf der Blockchain-Technologie. Diese Art der Kapitalbeschaffung war bisher weitgehend unreguliert. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hat nun dazu eine Wegleitung publiziert. Die Finma schreibt in einer gestern veröffentlichten Mitteilung von einem markanten Anstieg der in der Schweiz durchgeführten oder geplanten ICOs. Sie habe zahlreiche Anfragen zum Thema erhalten, weshalb sie sich zur Publikation einer Wegleitung entschieden habe. Darin beschreibt sie, nach welchen Prinzipien sie Unterstellungsanfragen zu ICOs beantworten wird und welche Mindestangaben sie dafür braucht.

Bisher gebe es keine spezifischen regulatorischen Anforderungen zu dieser Art der Kapitalbeschaffung; auch eine einschlägige Rechtsprechung und eine übereinstimmende juristische Lehrmeinung fehlten, schreibt die Finma. Zudem sei nicht bei allen ICOs Finanzmarktrecht anwendbar, weil diese sehr unterschiedlich ausgestaltet seien.

Zahl der ICOs steigt rasant

Die Finma unterscheidet nach Funktionalität der Initial Coin Offerings. Zahlungs-ICOs könnten etwa mit Kryptowährungen wie Bitcoin gleichgesetzt werden. Diese könnten den Geldwäschereibestimmungen unterstehen.

Nutzungs-ICOs vermitteln den Zugang zu einer digitalen Dienstleistung oder Nutzung, können aber auch als wirtschaftliche Anlage dienen – in diesem Fall behandle die Finma diese als Effekte. Gleiches gelte für Anlage-ICOs, welche eine wirtschaftliche Funktion wie eine Aktie oder Obligation erfüllten. Die häufigsten Berührungspunkte mit dem Finanzmarktgesetz hätten ICOs also im Bereich der Geldwäschereibekämpfung und des Effektenhandels, schreibt die Finma.

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens PWC zeigt, dass Firmen letztes Jahr bis Ende November 4,6 Milliarden Dollar über ICOs eingenommen haben. Im gesamten Vorjahr waren es erst 236 Millionen gewesen. Vier der zehn grössten ICOs haben ihren Ursprung in der Schweiz. Meistens steckt eine Stiftung mit Sitz in Zug dahinter, weil hier das Umfeld für die Firmen vorteilhaft ist. Nicht immer läuft ein ICO aber reibungslos ab. Für Auf­sehen sorgt derzeit das ICO von Tezos mit Sitz in Zug: Die Verantwortlichen haben sich zerstritten, und das eingesammelte Kapital ist blockiert. (sda/mim)

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