PR-Kampagne
Küchenhersteller Pieper stellt Supermodel Heidi Klum an den Herd

Der Schweizer Küchentechnik-Multi Franke lanciert eine Werbekampagne und setzt dabei auf das Deutsche Supermodel Heidi Klum. Firmenchef Michael Pieper will mit dem Model für etwas Pepp in seinen Küchen sorgen.

Ruedi Mäder
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AZ

Es war Franke-Patron Michael Pieper persönlich, der letztes Jahr im Rahmen einer Marketingsitzung unmissverständlich forderte: «Bringt mal etwas Frisches.» Eigentlich habe ihm ja als neuer Werbebotschafter «einer wie Roger Federer» vorgeschwebt. Als man ihm später Heidi Klum als «Franke-Ambassadorin» vorschlug, sei er aber «sofort begeistert» gewesen, erzählte Pieper gegenüber der az.

Zweistelliger Millionenbetrag

Franke führte gestern erstmals eine «World Press Conference» durch. Dabei im Zentrum: Jene neue Markenimage-Kampagne, mit der die Industriegruppe aus Aarburg ab Anfang Juni während eines Jahres rund um den Globus für ihre Küchen werben wird, in erster Linie in gedruckten Medien, aber auch im Web. Der Preis für die gesamte Kampagne? Dieser sei «beträchtlich», umschiffte Torsten Türling, Leiter der Division Küchensysteme, die unausweichliche Frage. Entlocken liess sich der deutsche Franke-Manager schliesslich nur, es handle sich um die bisher teuerste Kampagne des Unternehmens und man investiere dafür einen «zweistelligen Millionenbetrag» – in Franken.

Die Premiere auf der Werbeschiene kann als erster Höhepunkt im Jubiläumsjahr gelten: Franke feiert 2011 den Hundertsten. Den Grundstein legte 1911 in Rorschach Hermann Franke mit einer Spenglerei. Mittlerweile präsentiert sich Franke zwar unverändert als Familienunternehmen, wobei Michael Pieper seit 1989 als Eigentümer und Chef am Drücker ist. Aber Franke ist im Lauf der Jahre sowohl durch eigenes Wachstum als auch durch Firmenübernahmen zu einem «Multi» mit starken Positionen herangewachsen.

1,5 Milliarden Umsatz

Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschaftete die Franke-Gruppe mit 10600 Beschäftigten einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Franken (Details zum Jahresausweis folgen im Rahmen einer Medienorientierung Ende Mai).

Die Küchensysteme bilden den mit Abstand grössten der heute vier Bereiche des Konzerns. Die knapp 7500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzielten letztes Jahr einen Umsatz von gut 1,5 Milliarden Franken. Das entspricht einem Wachstum in lokalen Währungen von rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die fünf grössten Absatzmärkte heissen Südafrika, Italien, Frankreich, Grossbritannien und USA. Produziert wird in 19 Ländern, von Schottland über Südafrika bis China.

Der Löwenanteil der Küchensystem-Verkäufe (40 Prozent) entfällt auf Küchenspülen: Mit 6 Millionen Edelstahl- und Kunststoffspülen pro Jahr ist Franke der weltweit mit Abstand führende Anbieter, verkauft doch die Nummer zwei derzeit weniger als die Hälfte. Der Bereich Küchensysteme entwickelt und fabriziert neben dem Spülengeschäft auch Abzugshauben, Armaturen, Herdmulden und Öfen.

Küchentechnik aus dem Haus Franke soll heute weltweit in 100 Millionen privaten Haushalten im Einsatz stehen. Darin nicht eingerechnet sind all jene Grossküchen, die das Schweizer Unternehmen seit Jahren für Fastfood-Ketten wie McDonald’s und andere herstellt; auf diesem Feld setzt Franke zusätzlich mehr als 500 Millionen Franken um.

Ausschliesslich US-Landschaften

Die Franke-Werbestrategen wollen mit ihrer Klum-Kampagne potenzielle Endkunden stärker emotional ansprechen. Heidi Klum stehe für Schönheit und Stil, Professionalität. Sie zeige Humor, sei weltläufig und familienorientiert, begründete Marketingchef Massimo Vismara die Wahl. Für die Umsetzung der Kampagne wurde Starfotografin Daniela Federici engagiert. Bei der Inszenierung der gewählten vier «Lifestyles» wurden ausschliesslich amerikanische Hintergrundsujets verwendet. Dennoch soll vermittelt werden, die Marke Franke sei global zu Hause.