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KÜCHENBAU: Auch Alno ist am Ende

Nach der Pleite der Schweizer Tochtergesellschaft Bruno Piatti AG stellt der deutsche Mutterkonzern Alno seinen Geschäftsbetrieb ebenfalls ein.
Thomas Griesser Kym
Mitarbeitende des insolventen Küchenherstellers Alno auf dem Weg zur Betriebsversammlung. (Bild: Thomas Warnack/Key (Pfullendorf, 24. 11. 2017))

Mitarbeitende des insolventen Küchenherstellers Alno auf dem Weg zur Betriebsversammlung. (Bild: Thomas Warnack/Key (Pfullendorf, 24. 11. 2017))

Thomas Griesser Kym

Ist es Galgenhumor? Oder Realsatire? Oder hat im ganzen Trubel einfach keiner Zeit und Lust, die Website zu aktualisieren? Wer gestern auf www.alno.de surfte, wurde mit den Worten empfangen: «90 Jahre Alno. Feiern Sie mit uns das Jubiläum.» Und das am Tag, als Insolvenzverwalter Martin Hörmann kundtat, den Geschäftsbetrieb des zweitgrössten deutschen ­Küchenbauers mit Sitz in Pfullendorf zwischen Bodensee und Donautal endgültig einzustellen.

Laut Hörmann ist dieser Schritt erforderlich, weil im Verkaufsprozess auch der letzte verbliebene Interessent, angeblich ein Investor aus Asien, kein Kaufangebot für den desolaten Küchenbauer abgegeben hat. Als Folge werden nun die restlichen Vermögenswerte der Alno AG in Liquidation einzeln verkauft, «soweit das möglich ist».

Forster ist gerettet, Piatti wird abgewickelt

Alno hatte im Juli einen Insolvenzantrag gestellt. Die überschuldete und zahlungsunfähige Firma schrieb seit ihrem Börsengang 1995 bis auf ein Jahr stets Verluste. Allein 2016 wurde auf einem Konzernumsatz von 493 Millionen Euro ein Minus von 67 Millionen verbucht. Zuletzt konnte das Unternehmen einen Grossteil der Beschäftigten nicht mehr entlöhnen. Rund 400 von ihnen wurden freigestellt und werden nun gekündigt. Maximal 60 können für Arbeiten im Zusammenhang mit der Abwicklung vorerst bleiben.

Die Pleite des deutschen Konzerns hat auch hierzulande Auswirkungen: Alno Schweiz erwies sich in der provisorischen Nachlassstundung ebenfalls als nicht sanierbar. Über die Firma mit rund 45 Mitarbeitern wurde am 5. Oktober der Konkurs eröffnet. Die Eingabefrist für Forderungen lief Ende letzter Woche ab. Nun wird das Inventar verkauft. Alno Schweiz war für den Vertrieb von Küchen in der Schweiz zuständig. Die Firma hatte sechs eigene Läden in Ebikon, Zürich, Wallisellen ZH, Meilen ZH, Reinach BL und Biel. Die Alno-Pleite hat auch die Schweizer Tochtergesellschaft Bruno Piatti AG in den Strudel gerissen. Über diese hatte ein Konkursrichter Mitte September den Konkurs verhängt.

Unter dem Dach der Bruno Piatti AG hatte Alno die beiden Marken Bruno Piatti und Forster Schweizer Stahlküchen versammelt, die man vor drei Jahren der AFG Arbonia-Forster (heute Arbonia) abgekauft hatte. Während für Forster ein Investor in der ­Person des Ex-Alno-Chefs Max Müller gefunden werden konnte, der die Stahlküchen mit 100 Mitarbeitenden weiterhin in Arbon TG fertigt, hat Piatti den Betrieb eingestellt. Dadurch haben in der Schweiz alle 150 bis 180 Angestellten ihre Arbeit verloren, wobei die Fertigung der Piatti-Küchen schon vor zwei Jahren nach Pfullendorf verlegt worden war.

Als ausseramtlicher Konkursverwalter der Bruno Piatti AG in Liquidation wirkt Notar Beat Weinwurm von der Provida Consulting. Derzeit erstellt er ein Inventar der Aktiven, um diese zu verwerten. Zudem kümmert er sich um das Debitoreninkasso. Dabei geht es um das Erstellen von Rechnungen für Küchen, die während der Nachlassstundung in neue Wohnungen eingebaut wurden. Alles Geld, das so hereinkommt, fliesst in die Konkursmasse. Für die Marke Bruno Piatti liegen Weinwurm eine Anzahl Kaufangebote vor. «Die Marke Bruno Piatti ist traditionsreich und sehr bekannt», erklärt Weinwurm das rege Interesse.

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