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Kühne+Nagel mit soliden Zahlen - Brexit sorgt für Verunsicherung

Kühne+Nagel hat das erste Halbjahr 2018 erfolgreich abgeschlossen. Sorgen bereitet dem Management jedoch die zunehmende Unsicherheit an den Märkten, beispielsweise aufgrund des anstehenden Brexits.
Der Hauptsitz des Logistikunternehmens Kühne + Nagel in Schindellegi. (Martin Ruetschi/Keystone)

Der Hauptsitz des Logistikunternehmens Kühne + Nagel in Schindellegi. (Martin Ruetschi/Keystone)

«Der Brexit, höhere Ölpreise, Handelsabkommen und Handelshemmnisse verunsichern», erklärte Konzernchef Detlef Trefzger am Donnerstag in einem Interview mit AWP Video. Etwas mehr ins Detail ging sein Finanzchef Markus Blanka-Graff. Der Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union könnte - je nach konkreter Ausgestaltung - zu höheren Preisen führen.

«Wird die Zollunion aufgelöst, müssten wir wieder Verzollungskapazitäten aufbauen», sagte Blanka-Graff zu AWP. Dazu müsste der Logistiker Investitionen tätigen, was auch eine Anpassung der Preise für die Kunden zur Folge hätte. Dies wiederum könnte einen Einfluss auf das Konsumverhalten haben, so der CFO. «Wenn sich das Konsumverhalten negativ verändert, kann dies Schwierigkeiten für uns bedeuten», lautete sein Fazit.

Steigerung bei Gewinnzahlen

In den aktuellen Halbjahreszahlen fanden diese Unsicherheiten jedoch noch keinen Niederschlag. Im Gegenteil: Bei allen wichtigen Gewinnzahlen gelang dem Konzern eine Steigerung im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Konkret legte der Nettoumsatz im Halbjahr um gut 14 Prozent auf 10,07 Milliarden Franken zu. Allerdings beinhaltet diese Kennzahl die relativ volatilen Frachtraten, die vom Logistikunternehmen selbst nur wenig beeinflusst werden können. Der deshalb aussagekräftigere Rohertrag verbesserte sich jedoch auch deutlich und zwar um 12,7 Prozent auf 3,81 Milliarden.

Der operative Gewinn auf Stufe EBIT stieg um über 10 Prozent auf 501 Millionen Franken, womit die entsprechende Marge bei 5,0 Prozent knapp auf Vorjahresniveau zu liegen kam. Der den Aktionären anrechenbare Reingewinn stieg um knapp 10 Prozent auf 389 Millionen.

Volumenwachstum in der Seefracht

Wo das Wachstum erzielt werden konnte, zeigt eine Betrachtung der einzelnen Sparten. So gelang es Kühne+Nagel nach einem eher schwachen ersten Quartal die Volumen in der Paradedisziplin Seefracht wieder stärker zu steigern. Die Konversionsmarge, die das Verhältnis von EBIT zu Rohertrag ausdrückt und eine wichtige Profitabilitätskennzahl der Branche ist, näherte sich mit 28,6 Prozent wieder dem vom Konzern angestrebten Wert von 30 Prozent an.

Auch in der Luftfracht und beim Transport zu Land legte Kühne+Nagel zu - sowohl bei den Volumen, als auch beim operativen Gewinn auf Stufe EBIT. Einzig in der Kontraktlogistik wurden die Ergebnisse von Investitionen etwas gedrückt. Laut Analysten könnte dies die Profitabilität jedoch längerfristig erhöhen.

Unternehmen will agil bleiben

Für das Unternehmen geht es nun darum, den steigenden Unsicherheiten zu trotzen. "Wenn man schnell gewachsen ist, muss man sicherstellen, dass es in dieser Geschwindigkeit weitergeht", betonte Finanzchef Blanka-Graff. Dabei gelte es die aufgrund der Digitalisierung notwendige Agilität nicht aus den Augen zu verlieren.

Mit dieser Haltung möchte der Konzern auch seine bereits bekannten längerfristigen Ziele erreichen. So hat Kühne+Nagel den Ehrgeiz, bis 2022 doppelt so schnell zu wachsen wie der Gesamtmarkt und eine Konversionsmarge auf Gruppenebene von über 16 Prozent zu erreichen (2017: 13,3 Prozent).

An der Börse verlieren die Anteilsscheine von Kühne+Nagel nach einem positiven Start inzwischen an Wert. So gibt die Aktie des Konzerns bis kurz vor Mittag gut 2 Prozent auf 151,95 Franken nach. (sda)

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