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Küssnacht verliert 110 Arbeitsplätze

Der deutsche Pharma- und Gesundheitskonzern Gerresheimer schliesst seinen Schweizer Standort in Küssnacht. Bis Ende 2019 verlieren 110 Mitarbeitende ihre Arbeitsstelle.
Rainer Rickenbach
Der Standort von Gerresheimer im Küssnachter Industriegebiet Fänn. (Bild: Roger Grütter (12. Juli 2018))

Der Standort von Gerresheimer im Küssnachter Industriegebiet Fänn. (Bild: Roger Grütter (12. Juli 2018))

Bis Ende August müssen die ersten 20 Angestellten des Küssnachter Produktionsbetriebes von Gerresheimer gehen. Die übrigen 90 Mitarbeitenden werden ihnen bis spätestens Ende 2019 folgen. Dann wird der Betrieb im Industriegebiet Fänn vollständig eingestellt. Das gab der deutsche Pharma- und Gesundheitskonzern bekannt. Am Donnerstag wurden die Mitarbeitenden informiert.

Der Konzern gibt seinen einzigen Schweizer Ableger auf, weil der einen Grossauftrag für Atmungsgeräte (Inhalatoren) verloren hat. Das Werk in Küssnacht sei darum «bei weitem» nicht mehr ausgelastet und ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich, heisst es in der Mitteilung von Gerresheimer.

Wichtigster Kunde sprang ab

«Es war der grösste Einzelauftrag für das Werk in Küssnacht, der zu Spitzenzeiten ein Volumen von bis zu 17 Millionen Franken ausmachte. Das Gerät war speziell für diesen Kunden entwickelt worden», sagt Gerresheimer-Sprecher Jens Kürten. Beim abhanden gekommenen Grosskunden handelt es sich nach seinen Angaben um ein grosses internationales Pharmaunternehmen mit Hauptsitz ausserhalb der Schweiz. Den Namen gibt Gerresheimer nicht bekannt.

In Küssnacht lässt der Medizinalgüterkonzern nebst Atmungsgeräten Spritzen, die Patienten selber benutzen können (Autoinjektoren), und weitere medizinische Einwegartikel vor allem für Labors (Disposables) herstellen. Die Produktionsfläche umfasst 6000 Quadratmeter und die 37 hochautomatisierten Spritzgussmaschinen sowie 15 Montageautomaten stehen rund um die Uhr im Einsatz. «Mit Ausnahme des Inhalators, dessen Herstellung schon eingestellt ist, laufen die Herstellungsarbeiten vorläufig weiter. Wann die Produktionen an andere Standorte verlagert werden, können wir heute noch nicht sagen», sagt Kürten. Gerresheimer hat den Sitz in Düsseldorf, beschäftigt weltweit 10000 Mitarbeitende und betreibt Werke in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika. Der Konzernumsatz beziffert sich auf 1,63 Milliarden Franken. In Küssnacht ist der Konzern seit 1999 präsent.

Ein Sozialplan besteht

Die Gespräche mit dem Mitarbeitenden beginnen jetzt, gemäss Konzernsprecher besteht ein Sozialplan. «Die Mitarbeiter werden bei ihren Bewerbungen unterstützt. Dazu nutzen wir auch die Kontakte zu anderen Unternehmen in der Region. Für ältere Mitarbeiter gibt es ein zusätzliches Bewerbungscoaching», sagt Kürten. Es handle sich bei der Belegschaft durchwegs um gut qualifiziertes Personal, dessen Kompetenzen und Erfahrungen in anderen Industrieunternehmen gefragt sein dürften. Die häufigsten Berufsbilder sind Kunststofftechnologen, Werkzeugmacher, Maschinenführer und Automatiker.

Am Donnerstag gab Gerresheimer bekannt, Sensile Medical in Olten zu übernehmen. Der Kaufpreis ist von vertraglich vereinbarten Zielen abhängig und beziffert sich auf maximal 410 Millionen Franken. Damit baut der Konzern das Geschäft mit Mikropumpen für medizinische Anwendungen aus.

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